Thomas Müller über seinen Neuanfang in Vancouver und die Herausforderungen der Fernbeziehung
Thomas Müller hat sich im Sommer 2025 für einen Neuanfang entschieden, der ihn weit weg von seiner gewohnten Umgebung führt. Der 36-Jährige spielt nun für die Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Major League Soccer und lebt auf einem anderen Kontinent. Seine Ehefrau, Lisa Müller, bleibt in Bayern zurück. Rund 8.000 Kilometer trennen das Paar, und Müller spricht nun offen wie selten zuvor über diese Entscheidung.
In einem Gespräch mit Johannes B. Kerner in der MagentaTV-Talkrunde „Bestbesetzung“ gibt Müller, die langjährige Identifikationsfigur des FC Bayern, zu, dass diese Wahl alles andere als selbstverständlich war. „Ja, natürlich war es eine Diskussion. Aber am Ende des Tages habe ich mich für den Sport entschieden“, erklärt er. Dieser Satz offenbart viel über seinen Ehrgeiz und den Preis, den er dafür zahlt.
Die Situation wird zusätzlich kompliziert durch das gemeinsame Pferdegestüt des Ehepaars in Bayern. Für Lisa, die in Deutschland neue Wege geht und sich um die „Homebase“ kümmert, war ein Umzug nach Kanada keine Option. Müller räumt ein, dass die Logistik rund um den Stall einige Planung erforderte: „Es ist ja bekannt, dass wir einen Pferdestall und Co. haben. In dieser Hinsicht gab es schon ein paar Sachen zu organisieren. Aber an sich ist das leicht aufzustellen“, so Müller laut MagentaTV.
Bemerkenswert ist, wie Müller seinen langen Verbleib beim FC Bayern in diesem Zusammenhang einordnet. Er weist darauf hin, dass es im modernen Fußballgeschäft längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist, einem einzigen Verein über Jahrzehnte treu zu bleiben. Diesen Luxus hat er nun gegen das Abenteuer im Ausland eingetauscht.
Die Fernbeziehung zwischen Thomas und Lisa Müller bringt auch praktische Herausforderungen mit sich. Die Zeitverschiebung zwischen Vancouver und Bayern erschwert spontane Telefonate. Müller berichtet, dass er abends um 22:30 Uhr Ortszeit konsequent sein Handy ausschaltet – Schlaf geht vor. „Ich könnte angesichts der Zeitverschiebung um 1 Uhr nachts nach Deutschland telefonieren, aber bei mir ist halt um 22:30 Uhr Ortszeit das Handy aus. Das habe ich schon nach der ersten Woche gelernt: Flugmodus“, erklärt er.
Trotz der Herausforderungen bereut er die Entscheidung nicht. In Vancouver hat er sich schnell eingelebt und beschreibt seine Mannschaft als „das zweitwichtigste Sportteam der Stadt, nach den Eishockey-Jungs“. Er genießt es, die Menschen dort für Fußball zu begeistern: „Die sind jetzt richtig heiß auf Fußball.“
So steht Thomas Müller heute da: 8.000 Kilometer von Lisa entfernt, mit ausgeschaltetem Handy um halb elf und einem Lächeln im Gesicht. Die Fernbeziehung läuft nun bereits mehrere Monate. Müller, der in seiner Karriere stets Risiken einging, wenn er von einer Sache überzeugt war, hat auch diesmal seinen Weg gewählt und bereut nichts.