Thomas Tuchel: Vom Vereinstrainer zum Nationalcoach Englands

Thomas Tuchel: Vom Vereinstrainer zum Nationalcoach Englands

München – Thomas Tuchel hat mit der englischen Nationalmannschaft das Halbfinale der WM 2026 erreicht und trifft am Mittwochabend in einer Neuauflage eines Fußball-Klassikers auf Argentinien. Der Sportkommentator Florian Schmidt-Sommerfeld, besser bekannt als „Schmiso“, analysiert den einst umstrittenen Trainer, der zwischen Genie und kalkuliertem Wahnsinn pendelt.

In der Sendung „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) berichtet Schmidt-Sommerfeld von Tuchels Werdegang vom talentierten A-Jugend-Trainer in Mainz bis hin zu seinen herausfordernden Positionen in Dortmund, Paris, Chelsea und beim FC Bayern. Sein Fazit: Der frühere Reizpunkt hat sich zu einem stabilen Ruhepol für die gesamte Fußballnation England entwickelt.

„Ich habe ihn viel beobachtet, besonders während seiner Zeit bei Chelsea in der Premier League“, erklärt der Sportkommentator, der am Mittwoch in „Die WM-WG“ zu Gast war. Bei Mainz 05 wurde Tuchel geliebt, bis zu seinem abrupten Abschied, der am Rhein wohl noch immer für Traurigkeit sorgt.

Von seiner Zeit bei Borussia Dortmund hat Schmidt-Sommerfeld „sehr viel kritisches Feedback“ zu Tuchels Trainingsmethoden und seiner Ansprache an die Spieler gehört. Doch seitdem hat der 52-Jährige möglicherweise eine bemerkenswerte Wandlung durchgemacht: Aus dem überanalysierenden Klub-Mikromanager ist in England ein Nationalcoach geworden, der das Team zusammenführt und bisher großen Erfolg hat.

Besonders lobt „Schmiso“ Tuchels Direktheit: „Was ich an ihm besonders schätze, ist seine offene Kommunikation. Das gefällt mir sehr.“ Während andere Startrainer Pressekonferenzen wie Steuererklärungen behandeln, bietet Tuchel laut Schmidt-Sommerfeld fast schon eine Art Unterricht – auch bei der WM 2026.

Ein scharfer Vergleich zu Pep Guardiola folgt: Bei dem „vielleicht besten Trainer der Welt“ lohne sich eine Pressekonferenz kaum, findet Schmidt-Sommerfeld. Guardiola sage „nie irgendwas“, man schaue nur kurz vorbei, um die Stimmung zu prüfen. Inhaltlich könne man gleich warten – ein klarer Stachel in Richtung der Trainerlegende.

Im Gegensatz dazu sei bei Thomas Tuchel, der England von einem zweiten WM-Titel träumen lässt, alles anders: „Ich habe in jeder Pressekonferenz etwas über Fußball gelernt“, erklärt der Gast in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA). Der Grund: „Weil er immer seine Ideen teilt und erklärt, warum er Dinge tut.“

Schmidt-Sommerfeld erinnert daran, wie viel Gegenwind der Nationalcoach für seine Entscheidung bezüglich der Nominierung des WM-Kaders ohne Phil Foden, Cole Palmer und Trent Alexander-Arnold erhielt. Statt zurückzurudern, blieb der frühere Bundesligatrainer bei seiner Linie und ließ die Ergebnisse für sich sprechen. Für „Schmiso“ steht fest: „Dass er ein Fußballgenie ist, darüber müssen wir, glaube ich, nicht diskutieren. Taktisch ist er sicherlich einer der besten zehn Trainer der Welt.“

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