Tom Bischof: Vom Kritiker zum Hoffnungsträger bei Bayern München
München – Der Transfer von Tom Bischof zu Bayern München wurde im Sommer kritisch betrachtet. Doch die Meinungen haben sich mittlerweile gewandelt. Könnte er tatsächlich den Durchbruch schaffen?
Als Bundestrainer Julian Nagelsmann im August seinen ersten Kader für die WM-Qualifikation bekanntgab, äußerte er sich klar: „Die Spieler müssen spielen. Einige Wechsel im Sommer habe ich als nicht ganz optimal angesehen, da sie von 100 Prozent Spielzeit auf nur 15 Prozent fallen. Das bringt mir als Nationaltrainer nicht viel.“
Obwohl er keine Namen nannte, wurde allgemein spekuliert, dass es sich um Bischof handeln könnte. Der talentierte Spieler hatte TSG Hoffenheim ablösefrei verlassen und war zum FC Bayern München gewechselt. Eintracht Frankfurt, bekannt dafür, junge Talente zu fördern, blieb leer ausgegangen.
Bischof entschied sich bewusst für den umstrittenen Weg zu Bayern. Nach seinem Wechsel erklärte er: „Ich finde, dass der Fußball, den Bayern spielt, perfekt zu mir passt. Das Spiel um den Sechzehner, das hohe Pressing – all das kommt mir sehr entgegen. Außerdem bin ich ein kleines Mentalitätsmonster.“
Diese Spielweise war im Duell der Münchner gegen Union Berlin entscheidend. In der dritten Minute der Nachspielzeit, als Bayern einem Rückstand hinterherlief, erhielt Bischof den Ball von Joshua Kimmich. Der 20-Jährige flankte präzise aus dem linken Halbfeld und fand Harry Kane, der den späten Ausgleich erzielte.
In seinen bisherigen 310 Bundesliga-Minuten hat Bischof bereits drei Assists gesammelt und spielte sowohl im zentralen Mittelfeld als auch als Linksverteidiger. Trainer Vincent Kompany setzt seit dem dritten Spieltag in jeder Partie auf Bischof, der bereits dreimal in der Startelf stand und in allen vier Champions-League-Spielen zum Einsatz kam.
Das Vertrauen in Bischof zeigt sich auch bei wichtigen Spielen, wie dem Duell in Paris (2:1). Nach einer Roten Karte für Luis Diaz musste Bayern in der zweiten Halbzeit zu zehnt spielen. Kompany ersetzte Serge Gnabry durch Bischof, was vor Saisonbeginn nicht viele Beobachter erwartet hätten.
Solche Geschichten benötigt der deutsche Fußball. Obwohl Nagelsmann im zentralen und defensiven Mittelfeld genügend Alternativen hat, feierte Bischof nicht ohne Grund sein Debüt in der Nations League gegen Frankreich (0:2). Nagelsmann war schon damals von seinem Charakter und seiner Bodenständigkeit begeistert.
Aktuell ist Bischof in der U21 gut aufgehoben, wo er in den letzten beiden Spielen als Kapitän auflief und als zweifacher Vorlagengeber überzeugte. Sollte er sich beim FC Bayern durchsetzen, könnte er ein ernsthafter Kandidat für die WM 2026 werden und damit seine Kritiker Lügen strafen.
Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters sehen das positiv. Leon Goretzkas Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, und Bischof könnte in seine Fußstapfen treten. Bayern könnte so finanzielle Mittel für andere Positionen nutzen und Bischof schrittweise aufbauen. Möglicherweise wird er eines Tages als der „perfekte Transfer“ bezeichnet.