Torwartfrage beim SV Werder Bremen: Mio Backhaus bleibt Nummer eins

Torwartfrage beim SV Werder Bremen: Mio Backhaus bleibt Nummer eins

Der SV Werder Bremen steht vor einer interessanten Entscheidung im Tor: Mio Backhaus oder Karl Hein? Trainer Horst Steffen hat eine klare Präferenz.

Bremen – Karl Hein hatte im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (1:0) nur einen echten Schreckmoment zu überstehen. In der Schlussphase des Spiels stürzte der Torwart nach einem Flugversuch unglücklich auf die rechte Schulter, was schmerzhaft war. Nach einer kurzen Behandlung konnte der Este jedoch weitermachen und feierte nicht nur den Sieg seiner Mannschaft, sondern auch sein erstes Spiel ohne Gegentor in seiner zweiten Partie für die Hanseaten. Dank der soliden Defensivarbeit seiner Vorderleute musste Hein nicht viele Paraden zeigen, konnte aber dennoch mit seinem Auftritt überzeugen. Trainer Horst Steffen betont jedoch, dass Mio Backhaus, der derzeit wegen einer Schulterverletzung ausfällt, weiterhin die erste Wahl ist.

„Es bleibt dabei, dass Mio unsere Nummer eins ist“, stellt der 56-Jährige klar. „Ich bewerte die Leistung von Karl aber auch heute wieder als gut. Ich hoffe, dass Mio bald zurückkehrt. Die Hoffnung ist da, dass es nach der Länderspielpause wieder für einen Einsatz reicht.“ Vor etwa anderthalb Wochen hatte sich Backhaus die Verletzung bei einem Trainingszusammenstoß zugezogen, doch zuletzt konnte er bereits wieder ohne Handschuhe auf dem Platz kleinere Bewegungsübungen absolvieren. „Ich kann schon wieder viele Bewegungen mit dem linken Arm machen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit“, sagte der 21-Jährige am Samstag nach dem Heimsieg gegen den FC St. Pauli. „Nächste Woche gehen wir wieder auf den Platz und fangen ein paar Bälle. Ich hoffe, dass es dann nach der Länderspielpause so weit ist.“ Am 18. Oktober (15:30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wird Werder Bremen beim 1. FC Heidenheim gefordert.

Der Junioren-Nationalkeeper hat natürlich bemerkt, dass sein zwei Jahre älterer Teamkollege derzeit überzeugt. Mio Backhaus zeigt sich dabei gelassen: „Ich habe mich gefreut, dass er letzte Woche so ein gutes Spiel gemacht hat – und heute auch. Das kann er gerne so weitermachen. Es ist gut, dass wir solch einen Konkurrenzkampf haben“, meinte der gebürtige Mönchengladbacher. „Das hat mich letzte Woche vor dem Fernseher richtig gepusht, heute auch wieder. Wenn er seine Sache gut macht, gibt das mir den Ansporn, noch besser zu werden.“ Backhaus ist erfreut, dass der Trainer weiterhin zu ihm steht, betont aber: „Das hier ist Leistungssport. Wenn ich mir die Dinger selbst reinmache, dann wird es schnell gehen. Ich bin immer auf der Hut und werde immer an meine Leistungsgrenze gehen.“

Mit dieser Einstellung handelt der Schlussmann ganz im Sinne seines Trainers, der alles daran setzt, eine erneute Torwartdiskussion beim SV Werder Bremen zu vermeiden. Doch Karl Heins Spielweise kommt an: Gegen den FC St. Pauli erhielt er bereits früh bemerkenswerten Applaus von den Zuschauern, obwohl seine Aktionen eher dem Alltagsgeschäft entsprachen. Der Torwart vermittelt den Eindruck, ein sicherer Rückhalt zu sein, der in der Lage ist, die Gemüter im Stadion zu beruhigen. Bislang hat er sicher zugepackt, wenn es nötig war, und sich als verlässliche Anspielstation präsentiert, wenn seine Mitspieler ihn benötigten.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Torwartfrage nicht intern, aber von außen an Werder Bremen herangetragen wird. „Es wird immer Druck und Meinungen von außen geben“, entgegnet Horst Steffen gelassen. „Ich bin froh, dass wir zwei starke Torhüter haben – und dass Karl so gut gehalten und Mio vertreten hat.“ Der Bremer Coach fügt hinzu: „Am Ende zählt immer die Leistung. Jeder hat Konkurrenz, auch im Tor. Das ist auf jeder Position gleich: Die Jungs müssen ihre Plätze durch Leistung bestätigen.“ In den kommenden Wochen wird genau beobachtet werden, wer sich am besten behauptet.

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