Trainer Albert Riera bleibt vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund
Nach der Niederlage gegen den HSV ist die Position von Albert Riera als Trainer der Eintracht Frankfurt stark gefährdet. Es steht jedoch fest, dass er auch beim kommenden Spiel in Dortmund auf der Bank sitzen wird.
In Frankfurt war am Montag trainingsfrei, doch am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das letzte Auswärtsspiel der Saison am Freitagabend gegen Borussia Dortmund. Albert Riera wird die Trainingseinheiten bis zu diesem Spiel leiten. Dies ist das Ergebnis einer langen Besprechung zwischen Sportvorstand Markus Krösche, dem Trainer und den Spielern. Gemeinsam haben sie sich darauf eingeschworen, in Dortmund alles zu geben, um möglicherweise doch noch eine kleine Chance auf die Teilnahme am Europapokal zu nutzen.
Mit dem 1:1-Unentschieden des SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg am späten Sonntagabend sind die Chancen der Eintracht auf den siebten Tabellenplatz, der für die Europapokal-Teilnahme erforderlich ist, weiter gesunken. Der Rückstand auf Freiburg beträgt nur einen Punkt, jedoch hat kaum jemand Vertrauen in die aktuelle Form der Eintracht, um in den verbleibenden Spielen gegen Dortmund und Stuttgart diesen Punkt zu holen. Zudem lauern mit dem FC Augsburg und Mainz 05 zwei formstärkere Teams direkt hinter den Frankfurtern. In der Rückrunde hat die Eintracht bisher nur 17 Punkte gesammelt, acht weniger als Mainz und Augsburg, was den Abstieg des Champions-League-Teilnehmers ins Mittelmaß unterstreicht.
Die öffentliche Meinung, sowohl in den Medien als auch bei den Fans, hat bereits ein Urteil über den spanischen Trainer gefällt. In einer Umfrage des Hessischen Rundfunks sprachen sich 90 Prozent der 8.500 Teilnehmer für eine Trennung aus. 60 Prozent befürworteten, dass Riera zumindest bis zum Saisonende im Amt bleibt, während 30 Prozent eine sofortige Entlassung wünschten. Dieses Umfrageergebnis spiegelt sich auch in den Berichterstattungen und Kommentaren der meisten Medien wider.
Sportvorstand Krösche befindet sich derzeit in einem Dilemma. Eine sofortige Entlassung des Trainers wäre ein Eingeständnis eines Fehlgriffs gewesen, was er um einige Tage verschoben hat. Zudem würde es den Spielern ein weiteres Alibi bieten, da sie ebenso für die aktuelle missliche Lage verantwortlich sind wie die bisherigen Trainer. Wie nach der Beurlaubung von Dino Toppmöller hat die Eintracht Schwierigkeiten, kurzfristig eine Lösung innerhalb des Vereins zu finden. Die interimistischen Trainer Dennis Schmitt (U21) und Alex Meier (U19) hatten im Januar und Februar nur wenig Erfolg, sodass ein erneuter Versuch kaum vertretbar wäre. Makoto Hasebe, Co-Trainer der U21, ist inzwischen in die WM-Vorbereitung der japanischen Nationalmannschaft eingebunden. Selbst die Idee, den ehemaligen Kapitän Seppl Rode für zwei Spiele auf die Bank zu setzen, scheint unrealistisch. Bleibt noch Co-Trainer Jan Fießer, der jedoch zuletzt den umstrittenen Weg von Riera mitgegangen ist.
Einen neuen Trainer jetzt schon zu installieren, wäre in jeder Hinsicht kontraproduktiv gewesen und wurde daher nicht in Erwägung gezogen. Das Anforderungsprofil für Rieras Nachfolger ist jedoch klar: Die Eintracht sucht einen erfahrenen Trainer mit Autorität und Ausstrahlung, der die Bundesliga kennt und den Weg des Clubs mit vielen jungen Spielern mitgestalten möchte. Adi Hütter, der bereits von 2018 bis 2021 Trainer der Eintracht war, würde dieses Profil erfüllen. Dennoch bleibt sein Name bislang nur ein Gerücht, nachdem er zuletzt bei der AS Monaco tätig war.
So darf Riera noch einige Tage weitermachen, zumindest bis Freitag, möglicherweise auch eine Woche länger. Es sind letzte Chancen für ihn und die Spieler. Die Eintracht-Führung möchte in der Öffentlichkeit auf keinen Fall den Eindruck erwecken, die Saison auslaufen zu lassen, solange noch ein Funken Hoffnung auf Europa besteht. Mit dem Gewinn der Europa-League könnte sogar der größte Rivale, der SC Freiburg, den Frankfurtern helfen. Besonders großen Respekt hat die Eintracht zudem vor dem letzten Heimspiel am 16. Mai gegen den VfB Stuttgart, da viele eine weitere Eskalation mit negativen Reaktionen aus den Fanreihen fürchten.