TSV 1860 München erleidet Niederlage in Duisburg

TSV 1860 München erleidet Niederlage in Duisburg

Der TSV 1860 München hat in Duisburg in der letzten Minute verloren und steht nun fünf Punkte hinter dem dritten Platz im Aufstiegsrennen der dritten Liga.

In der MSV-Arena wirkte Max Reinthaler wie ausgebrannt, als er vor die Presse trat. Der Siegtreffer Duisburgs lag noch keine zehn Minuten zurück; in der Kabine und im VIP-Bereich strahlten die Gastgeber, während die Löwen mit versteinerter Miene und niedergeschlagenen Gesichtszügen dastehen. „Die Enttäuschung ist riesig – das sieht man mir, glaube ich, an“, äußerte Reinthaler in der Mixed Zone.

Seine weiteren Worte klangen wie ein Protokoll des Schmerzes. „Nach der ersten Halbzeit musst du eigentlich führen“, klagte der Verteidiger. Siemen Voet fügte hinzu: „Es tut so weh, hier zu verlieren. Wir müssen aus unseren Chancen ein Tor machen – das ist am Ende der Unterschied.“ Stattdessen kassierten sie „sch... Gegentore!“ und verloren die Schärfe und Konsequenz. „Diese letzten Prozente fehlen“, so Voet weiter, „Tore machen, die Details – das war heute nicht genug.“

Markus Kauczinski brachte es nüchtern auf den Punkt: „Zu viele unnötige Ballverluste, zu viele verlorene Zweikämpfe – damit haben wir Duisburg stark gemacht.“ Der Coach des TSV 1860, normalerweise die Ruhe selbst, wirkte selten so frustriert: „Es ärgert mich maßlos, dass wir hier keinen Punkt mitnehmen konnten.“

Die Analyse schmerzt, weil die Ursache für alle im Stadion offensichtlich war. 1860 wollte nicht verlieren, während Duisburg gewinnen wollte. Während die Löwen das 1:1 verwalteten, drehten die Gastgeber auf. Die Einwechselspieler von Duisburg zeigten sofort Wirkung: Tugbenyo traf den Pfosten, und Töpken erzielte in der 90. Minute das entscheidende Tor. Es war die Wucht der Überzeugung gegen die Vorsicht der Absicherung. Kauczinski hingegen wechselte spät und zurückhaltend, brachte vor der Nachspielzeit nur Philipp (77.) und Hobsch (86.). Zu wenig Impulse, zu wenig Risiko. „Der Gegner war gedankenschneller als wir“, stellte er fest.

Für eine Spitzenmannschaft fehlen aktuell genau die Zutaten, die enge Spiele entscheiden: Gier, Mut und der unbedingte Wille. Bereits im 0:0 gegen Wiesbaden eine Woche zuvor wirkte 1860 eher zufrieden als hungrig. „Diese Spiele machen den Unterschied: wirklich im Aufstiegsrennen sein – oder nur dran“, sagte Voet. Ein Satz, der mehr über das Team aussagt als die aktuelle Tabelle.

Der Druck im Aufstiegsrennen wächst, während 1860 sich fragt, ob sie überhaupt noch im Rennen sind. Fünf Punkte Rückstand auf Platz drei und noch acht Spiele zu spielen – die Konkurrenz wirkt reifer und abgeklärter. „Wir hatten schon eine bessere Ausgangsposition – jetzt haben wir eine schlechtere“, bemerkte Kauczinski. Reinthaler brachte es auf den Punkt: „Das war ein herber Dämpfer – und es wird nicht einfacher.“

Der Montag nach der Rückfahrt ist frei. Zeit zum Durchatmen und zum Wundenlecken. Ab Dienstag beginnt die Aufarbeitung, und der Blick richtet sich sofort nach vorn. Im Totopokal-Halbfinale in Regensburg (Samstag, 14 Uhr, wir berichten im Live-Ticker) darf die Tür zum DFB-Pokal nicht zufallen.

Der Weg in der Liga ist in weitere Ferne gerückt: Hinter Spitzenreiter Osnabrück drängen formstarke Teams wie Essen und Rostock nach oben. Duisburg wurde von 1860 aufgebaut, und auch Cottbus mischt noch mit, der nächste Auswärtsgegner in der Liga nach dem Karsamstags-Heimspiel gegen Mannheim. Für die Löwen bleibt nur eine Option: schnell reifen. Oder, wie Kauczinski es formulierte: „Wir müssen lernen, dass in solchen Spielen jede Kleinigkeit zählt.“

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