TSV 1860 München steht vor finanzieller Herausforderung

TSV 1860 München steht vor finanzieller Herausforderung

Der Countdown läuft: Bis heute, Mittwoch, den 3. Juni, um 17 Uhr, muss der TSV 1860 München dem DFB 2,7 Millionen Euro nachweisen.

München – Von außen betrachtet, scheint beim TSV 1860 alles in bester Ordnung zu sein. Auf der Vereinswebsite wird die Rückkehr zur Sommervorbereitung 2026 nach Oberösterreich angekündigt. Kevin Volland lächelt vor den Luxus-Chalets des letztjährigen Quartiers in Ulrichsberg. Zudem haben über 10.000 Fans ihre Dauerkarten für die Saison 2026/27 erhalten – ausdrücklich für die 3. Liga. Ein weiteres Highlight ist die Eröffnung des Fanshops am Samstag um 11 Uhr am Flughafen, zu dem Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als Ehrengast erwartet wird.

Doch unangenehme Themen wie Lizenzentzug, Regionalliga oder drohende Insolvenz werden ausgeblendet. Dabei könnte der Verein zum zweiten Mal nach 2017 in ein Chaos stürzen, wenn die geforderten 2,7 Millionen Euro nicht rechtzeitig nachgewiesen werden. Ein Scheitern würde den Zwangsabstieg zur Folge haben.

Ein solches Szenario hätte weitreichende Konsequenzen. Es stünde nicht nur eine Liga auf dem Spiel, sondern praktisch alles. Der Profikader könnte auseinanderbrechen, und die Grundlage für einen Neuaufbau wäre das U21-Team, das Alper Kayabunar auf Platz eins der Bayernliga Süd führt. Ob Cheftrainer Markus Kauczinski bereit wäre, den Gang in die Viertklassigkeit mitzugehen, erscheint fraglich. Zudem müsste der Etat drastisch reduziert und die Stadionmiete neu verhandelt werden. Die Loyalität von Sponsoren und Partnern stünde ebenfalls auf dem Prüfstand.

Auslöser der jüngsten Eskalation ist die Kündigung des Darlehensvertrags durch Investor Hasan Ismaik und seine Berater, die von der Vereinsseite als rechtlich unwirksam angesehen wird. Während die Anwälte beider Parteien nach Lösungen suchen, tickt die Uhr unerbittlich weiter. Ein zentraler Streitpunkt ist die Forderung nach einem „Super-Controller“ für die Geschäftsführung, was für den Verein eine rote Linie darstellt. Berichten zufolge hat auch der DFB Bedenken zu diesem Thema, insbesondere im Hinblick auf die 50+1-Regel. Ismaiks neue Rechtsvertreter von Deloitte scheinen dies jedoch anders zu sehen.

Die entscheidende Frage bleibt: Kommt das Geld oder nicht? Optimisten sehen die Chancen bei 50:50. Ismaik selbst äußerte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich denke, wir bleiben in der 3. Liga – und jeder arbeitet besonders hart, um in der 3. Liga zu bleiben.“ Sicher ist jedoch noch nichts. Erinnerungen an 2017 werden wach, als der 2. Juni als schwarzer Freitag in die Vereinsgeschichte einging. Nun droht am 3. Juni ein schwarzer Mittwoch.

Im Löwenstüberl haben Fans bereits Plätze reserviert, um vor Ort zu warten, bis entweder weißer oder schwarzer Rauch aufsteigt. Noch besteht Hoffnung, doch ebenso wahrscheinlich ist, dass Manfred Paula in die Fußstapfen von Hans Sitzberger und Heinz Schmidt treten muss. 2017 hatten die damaligen Vizes den Absturz moderiert – diesmal müsste der Geschäftsführer den Frust der Fans ertragen. Auch Präsident Gernot Mang könnte gezwungen sein, seinen Türkei-Urlaub zum zweiten Mal zu unterbrechen. Am Donnerstag, als es um die Ehrung der Meisterlöwen ging, fiel ihm das sicherlich leichter.

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