TSV 1860 München steigt in die Regionalliga Bayern ab – Wer folgt in der 3. Liga?
Der TSV 1860 München wird in der kommenden Saison in der Regionalliga Bayern spielen. Die Frage, wer den Platz der Löwen in der 3. Liga einnehmen wird, steht im Raum.
München – Der TSV 1860 München hat seinen Platz in der 3. Liga verloren – nicht nur aufgrund sportlicher Misserfolge, sondern auch wegen finanzieller Unzulänglichkeiten gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Bis zum 3. Juni 2026 um 17 Uhr war der Verein verpflichtet, eine Finanzlücke von 2,7 Millionen Euro zu schließen.
Da der Nachweis nicht erbracht werden konnte, bestätigte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) noch am selben Tag gegenüber BR24Sport, dass der TSV 1860 München in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Bayern antreten wird. Dies ist bereits der zweite Zwangsabstieg für den traditionsreichen Klub, der 2017 ein ähnliches Schicksal erlitten hatte.
Die entscheidende Frage ist nun, wer den frei gewordenen Platz in der 3. Liga einnehmen wird. Nach den Regelungen würde zunächst der sportlich als Tabellen-17. abgestiegene TSV Havelse als erster Nachrücker in Frage kommen. Doch die Niedersachsen stehen vor zwei unüberwindbaren Hindernissen, die einen Verbleib in der 3. Liga faktisch unmöglich machen und einen Verzicht auf das Nachrückrecht nahezu zwingend erscheinen lassen.
Das erste und gravierendste Problem ist das Stadion. Das Eilenriedestadion in Hannover, in dem Havelse zuletzt seine Drittliga-Heimspiele ausgetragen hat, wurde nach dem sportlichen Abstieg bereits zurückgebaut. Die Zusatztribünen, die für den Drittliga-Betrieb notwendig waren, sind demontiert, und der Nutzungsvertrag mit dem Stadion ist abgelaufen.
Das eigene Vereinsstadion des TSV Havelse ist zu klein und erfüllt die Mindestanforderungen des DFB für die 3. Liga bei weitem nicht. Laut Berichten der Neuen Presse plant der Verein bereits fest für die Regionalliga Nord. Eine Rückkehr in die Drittliga wäre organisatorisch in kürzester Zeit nicht seriös darstellbar.
Das zweite Problem sind die Kosten. Der Spielbetrieb in der 3. Liga ist mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden – von Lizenzgebühren über Infrastrukturanforderungen bis hin zu Personalkosten. Havelse zögert offenbar, diese finanzielle Belastung auf sich zu nehmen, und ist daher auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht daran interessiert, den frei gewordenen Platz anzunehmen. Es ist daher zu erwarten, dass Havelse freiwillig auf das Nachrückrecht verzichtet.
In diesem Fall rückt der FC Erzgebirge Aue in den Fokus. Der sächsische Traditionsklub ist in der abgelaufenen Saison 2025/26 als Tabellen-18. sportlich in die Regionalliga abgestiegen. Sollte Havelse den Platz tatsächlich ablehnen, würde Aue als zweiter Nachrücker die Möglichkeit erhalten, in der 3. Liga zu verbleiben.
Im Gegensatz zu Havelse hat Erzgebirge Aue keine Stadionprobleme – das Erzgebirgsstadion in Aue bietet Platz für rund 15.500 Zuschauer und erfüllt alle Voraussetzungen für den Drittliga-Betrieb. Der FC Erzgebirge Aue gilt derzeit als der wahrscheinlichste Kandidat, den Platz der Münchner einzunehmen, sofern alle Formalitäten geklärt werden können.