Überraschende Leistungen der kleinen Nationen bei der WM 2026
München – Bei der WM 2026 steht das Turnier kurz vor dem Höhepunkt. Doch bevor die großen Fußballnationen um den Titel kämpfen, haben sich die „kleinen“ Mannschaften bereits ein großes Lob verdient. Vor dem Turnier gingen viele Fans davon aus, dass sich Kap Verde, die DR Kongo und andere regelmäßig von ihren Gegnern überrollen lassen würden. Doch das Gegenteil ist eingetreten!
Kap Verde stellte den amtierenden Weltmeister Argentinien im Sechzehntelfinale vor eine große Herausforderung und unterlag erst in der Verlängerung mit 2:3. Die DR Kongo führte lange gegen den Turnierfavoriten England, bevor ein Doppelpack von Bayern-Star Harry Kane das Weiterkommen der „Three Lions“ sicherte.
Frank Hellmann, Fußball-Experte bei AbsolutFußball und vor Ort beim Spiel zwischen Kap Verde und Argentinien, berichtete in der Sendung „Die WM-WG“ über die Atmosphäre im Stadion: „60.000 Argentinier waren anwesend und man konnte den Schrecken in ihren Gesichtern sehen. Niemand hatte mit einer Verlängerung gerechnet.“
Hellmann fügte hinzu: „Die Leistung von Kap Verde hat mir großen Respekt abverlangt. Viele Spieler, ähnlich wie beim Kongo, sind in Europa geboren und haben ihre Ausbildung in Ländern wie Frankreich, England, Belgien und den Niederlanden genossen.“ Kap Verde trat als geschlossene Einheit auf und hätte beinahe den Weltmeister aus dem Turnier geworfen.
Er betonte, dass auch die deutsche Nationalmannschaft von den Leistungen Kap Verdes und der DR Kongo lernen könne: „Man sollte sich diese beiden Nationen genauer ansehen, um zu verstehen, was dem deutschen Team fehlt. Es mangelt an Mentalität, Hingabe und Leidenschaft, um bei einer WM alles zu geben.“
Laut Hellmann ist es keine Überraschung, dass „die Kleinen“ immer wieder mit den Top-Nationen mithalten können. Sie agieren taktisch anders und profitieren von europäischen Trainern und Einflüssen, im Gegensatz zu vor zehn oder zwanzig Jahren. Beispiele dafür sind Trainer-Legende Dick Advocaat, der Curacao coachte, und Kongo-Coach Sebastien Desabre, der bereits zahlreiche Stationen in Frankreich und Nordafrika hinter sich hat.
„Diese Mannschaften geben alles auf dem Platz und zeigen viel Herz. Auch beim DFB müssen wir ansetzen. Wenn wir uns diese Mentalität nicht aneignen, die solche Teams bei einer WM an den Tag legen, wird es für den deutschen Fußball schwierig. Das gilt auch für Jürgen Klopp“, ist Hellmann überzeugt.