Uli Hoeneß kündigt Maßnahmen gegen Spielerberater an
Uli Hoeneß, der mächtige Ehrenpräsident des FC Bayern, ist bekannt für seine klaren Worte und hat erneut Stellung bezogen.
In einem Interview hat Hoeneß den Spielerberatern den Kampf angesagt und einen Kurswechsel angekündigt. „Wir werden das gesamte Berater-Thema zur Diskussion stellen! Wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft“, erklärte er in der Bild. Die Führung des FC Bayern sei sich einig: „Das Wort ‚Nein‘ wird in Zukunft häufiger fallen.“
Auslöser für diese Äußerungen war der langwierige Vertragsprozess um Dayot Upamecano. Der Innenverteidiger hat zwar bis 2030 verlängert, doch die Verhandlungen zogen sich über Wochen hin. Hoeneß äußerte sich kritisch: „Im Fall Upamecano wollten die Berater entweder den Preis bei uns in die Höhe treiben oder ihn zu einem anderen Klub bewegen, und als Dankeschön sollten wir ihnen Handgeld zahlen. Das ist ein Widerspruch, den wir nicht länger akzeptieren sollten.“
Hoeneß ist überzeugt: „Wir werden diesen Wahnsinn nicht mitmachen. Man kann auch dem Spieler sagen: ‚Wenn dein Berater weiterhin so unverschämt verhandelt, werden wir nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.‘ So weit muss es gehen.“ Er betonte, dass die Leistung vieler Berater in keinem Verhältnis zu ihrer Bezahlung stehe: „Sie verdienen viel zu viel Geld für das, was sie leisten – bei einigen beschränkt sich das nicht über drei Mittagessen mit uns hinaus.“
Dennoch differenziert der 74-Jährige in seiner Kritik. Den Berater von Luis Diaz bezeichnete er als positives Beispiel: „So einen Mann bezahlen wir gern.“ Auch wirtschaftlich hat der Verein umgesteuert: „Als wir merkten, dass unser Festgeldkonto immer kleiner wird, haben wir die Bremse reingehauen.“ Herbert Hainer, Max Eberl, Jan-Christian Dreesen und Karl-Heinz Rummenigge unterstützen diese Linie.
Die angekündigten Maßnahmen könnten weitreichende Folgen haben. Hoeneß drohte: „Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater, der sich unfair verhält, auf eine Liste setzen und ihm mitteilen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden. Das wäre der nächste Schritt.“ Transfers sollten nicht dazu führen, dass sich der Klub verschuldet – hier gebe es „kein Pardon“.