Uli Hoeneß und der Einfluss auf Hasan Ismaiks Engagement bei 1860 München
Eine überraschende Wendung in der Geschichte des Münchner Fußballs: Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat kürzlich in der BR-Dokumentation „Rise & Fall“ bestätigt, dass er Hasan Ismaik einst eine Absage erteilt hat, als dieser Interesse an einer Beteiligung am deutschen Rekordmeister bekundete.
Hoeneß, der das Interesse des jordanischen Investors abblockte, empfahl ihm stattdessen, sich dem Lokalrivalen TSV 1860 München zuzuwenden. Diese Entscheidung hatte weitreichende Folgen für die Vereinsentwicklung der Löwen, die bis heute spürbar sind. Ismaik ist nach wie vor Gesellschafter bei 1860, obwohl ein kürzlich geplanter Investoren-Deal, der den Verkauf seiner Anteile an ein Schweizer Unternehmen vorsah, gescheitert ist.
In der Dokumentation schildert Hoeneß, wie Ismaik damals sein Interesse an einer Beteiligung beim FC Bayern äußerte. „Ich wurde damals gefragt. ‚Ich glaube, die wollten sich bei Bayern München irgendwie beteiligen‘“, erinnert sich der 73-Jährige. Seine Antwort war klar: „Dann habe ich gesagt: Bei uns kommt das überhaupt nicht infrage.“
Daraufhin öffnete Hoeneß die Tür für Ismaiks Engagement bei 1860 München. „Aber wenn er sich bei einem Fußballverein beteiligen will, der offensichtlich Geld braucht, soll er sich doch an Sechzig wenden“, erklärte Hoeneß in der Doku. Am 30. Mai 2011 unterzeichnete Ismaik schließlich einen Kooperationsvertrag mit den Löwen.
Ismaiks Einstieg schien zunächst eine Rettung für 1860 zu sein. Der Investor übernahm 60 Prozent der Anteile und investierte kontinuierlich in den Klub. Dennoch blieb der sportliche Erfolg aus. Anstelle einer Rückkehr in die Bundesliga erlebte der Verein Rückschläge und einen Neuaufbau, begleitet von öffentlichen Machtkämpfen zwischen dem Verein und dem Geldgeber. In der Folge musste 1860 sogar bis in die Regionalliga absteigen.
Hoeneß analysiert den Niedergang des blauen Stadtrivalen mit bemerkenswerter Nüchternheit: „In so einem Zustand kannst du keinen sportlichen Erfolg haben, weil du musst an einem Strang ziehen. Natürlich gibt’s überall Streit, bei uns gibt’s auch mal Streit. Aber bei Sechzig hat man immer das Gefühl: Wenn der eine so sagt, sagt der andere so.“
Rückblickend hatte Hoeneß, der zuletzt über einen Rückzug aus dem Bayern-Management nachdachte, eine entscheidende Rolle beim Einstieg Ismaiks bei 1860 München. Diese Tatsache dürfte seine Beliebtheit bei vielen Löwen-Fans nicht gerade erhöhen. Die Fußballlandschaft Münchens ist bis heute von dieser Entscheidung geprägt: Während der FC Bayern an der Säbener Straße sportlichen Erfolg feiert, trägt der TSV 1860 die Last eines Deals, der mehr Unruhe als Erfolge brachte.