Verletzungen im DFB-Tor: Mahmutovic fällt aus, Johannes übernimmt
Die Entscheidung über die Torwartposition der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ist gefallen, jedoch anders als erwartet. Der angestrebte Wettkampf zwischen Ena Mahmutovic und Stina Johannes um die Nummer eins im DFB-Tor findet vorerst nicht statt. Die 21-jährige Torhüterin von Bayern München, Mahmutovic, wird verletzungsbedingt für die Nations-League-Halbfinals gegen Frankreich ausfallen. Während bei den Männern Oliver Baumann das Tor hütet und über die Rückkehr von Marc-André ter Stegen sowie ein mögliches Comeback von Manuel Neuer spekuliert wird, sorgt bei den Frauen eine Verletzung vorerst für klare Verhältnisse.
Die Sprunggelenksverletzung, die sich Mahmutovic während eines Trainings vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Juventus Turin zuzog, macht ihre Teilnahme an den entscheidenden Spielen am 24. und 28. Oktober unmöglich. Somit wird Stina Johannes vom VfL Wolfsburg als Torhüterin für die Partien gegen Frankreich fest eingeplant. Bundestrainer Christian Wück reagierte auf den Ausfall und nominierte zudem Rafaela Borggräfe vom FC Liverpool aus der U23-Nationalmannschaft nach.
Der Ausfall trifft die deutsche Nationalmannschaft besonders hart, da bereits Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger wegen einer Knieverletzung ihre Teilnahme abgesagt hatte. Die 35-jährige Keeperin von Gotham FC steht den DFB-Frauen somit ebenfalls für die wichtigen Nations-League-Duelle nicht zur Verfügung. Ursprünglich hatte Wück geplant, sich zwischen Mahmutovic und Johannes für die Nummer eins zu entscheiden. Eine weitere Option stellt die 22-jährige Laura Dick von der TSG Hoffenheim dar, die erstmals für den A-Kader nominiert wurde.
Für Johannes bedeutet Mahmutovics Ausfall nun eine große Chance, sich als neue Stammtorhüterin zu etablieren. Die 25-jährige, die Mathematik studiert hat und alle Jugendteams der deutschen Nationalmannschaft durchlaufen hat, wechselte erst kürzlich von Eintracht Frankfurt zum VfL Wolfsburg. Der Wettkampf zwischen ihr und Mahmutovic galt als einer der spannendsten Positionskämpfe im DFB-Team.
Die Verletzungsproblematik im deutschen Tor unterstreicht die Herausforderungen, die Bundestrainer Wück bereits angesprochen hatte. Mit Berger und Mahmutovic fallen gleich zwei potenzielle Stammkeeperinnen aus, was die Personalplanung erheblich erschwert. Johannes muss nun beweisen, dass sie die Verantwortung als Nummer eins tragen kann, während Dick als Nachwuchstalent weitere Erfahrungen sammeln soll.
Während bei den Frauen die Verletzungen für klare Verhältnisse sorgen, beschäftigt die Torwartfrage auch die Männer-Nationalmannschaft. Aktuell hütet Oliver Baumann das deutsche Tor, nachdem Marc-André ter Stegen aufgrund einer Rückenverletzung ausfällt. Der Hoffenheimer überzeugte zuletzt beim Sieg gegen Nordirland und festigte seine Position als Nummer eins.
Ter Stegen kämpft derzeit um sein Comeback nach einer Rückenoperation im Juli und wird voraussichtlich mindestens bis zum Jahresende ausfallen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Stimmen, die ein Comeback von Manuel Neuer fordern, der 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt hatte. Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte jedoch, dass er „kein Torwartproblem“ sehe und auf Baumann vertraue.
Die Torwart-Situation bei beiden Nationalmannschaften zeigt, wie schnell sich die Verhältnisse im Fußball ändern können. Während der geplante Wettkampf zwischen Mahmutovic und Johannes bei den Frauen vorerst verschoben ist, bleibt die Diskussion um die beste Lösung im Männer-Tor spannend. Auch mögliche Vereinswechsel, wie ter Stegens Zukunft beim FC Barcelona, könnten die Planungen des DFB beeinflussen.