Vertrauen für Clemens Fritz: Aufsichtsrat des SV Werder Bremen stärkt Sportchef den Rücken

Vertrauen für Clemens Fritz: Aufsichtsrat des SV Werder Bremen stärkt Sportchef den Rücken

Der Aufsichtsrat des SV Werder Bremen hat Clemens Fritz sein Vertrauen ausgesprochen. Ein Kommentar von DeichStube-Reporter Malte Bürger.

Bremen – Für Clemens Fritz kam eine Flucht nie in Frage, ebenso wenig wie das Abwarten. Der Sportchef von SV Werder Bremen war entschlossen zu handeln, bevor es zu spät ist. Die Krise der Mannschaft nagte in den letzten Monaten stark an ihm, sowohl intern als auch extern. Der Verein liegt ihm am Herzen, und er ist entschlossen, weiterhin für ihn zu arbeiten. Der Aufsichtsrat hat dem 45-Jährigen einstimmig das Vertrauen für die Zukunft ausgesprochen. Dies geschieht nicht, weil die neun Mitglieder mit der Arbeit und den Ergebnissen der letzten Monate vollkommen zufrieden sind, sondern weil sie einen Verantwortlichen erleben, der proaktiv gegen Missstände vorgeht und bereits vor Saisonende Kurskorrekturen vorgenommen hat. Während es beim legendären Lügenbaron Münchhausen ein Hirngespinst war, scheint es, als habe Fritz sich tatsächlich am eigenen Schopf aus der Misere gezogen.

Als die Leihspieler-Affäre ganz Fußball-Deutschland erheitert hat, übernahm Clemens Fritz die volle Verantwortung für das bedauerliche Fehlverhalten vieler Beteiligter. Als sein Wunsch-Trainer Horst Steffen nicht funktionierte, holte er Daniel Thioune, mit dem der Abstieg gerade noch abgewendet werden konnte. In der kritischen Phase rückte der Ex-Profi näher an das Team heran, ergriff das Wort und saß näher am Steuerhebel, um einen Ausweg aus dem Abstiegskampf zu finden.

Der maximal mögliche Schaden wurde so gerade noch abgewendet – mehr jedoch auch nicht. Das ist dem Aufsichtsrat bewusst, und auch Clemens Fritz kennt die Realität. Alle teilen den Wunsch nach einer schnellen Besserung, was die Erwartungen des Gremiums an die künftige Arbeit des Ehrenspielführers entsprechend hoch hält. Der Druck ist ebenfalls spürbar. Die jüngsten (Transfer-)Bewegungen beim SV Werder Bremen lassen hoffen, dass tatsächlich zügig reagiert und korrigiert wird. Doch der Sommer ist lang, und unerwartete Herausforderungen sind wahrscheinlich. Umso wichtiger ist es, dass die Ergebnisse stimmen und die Spielereinkäufe erfolgreich sind. Nur so besteht die Chance, dass auch die öffentliche Kritik an der Arbeit des Sportchefs, die durch das Vertrauen des Aufsichtsrats nicht automatisch verschwindet, eine positivere Tonlage annimmt. Weitere Engpässe darf sich Fritz kaum erlauben.

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