VfB Stuttgart bereitet sich auf herausforderndes Europa-League-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv vor
Der VfB Stuttgart steht vor einem kritischen Abend in der Europa League. Am kommenden Donnerstag um 18:45 Uhr empfängt der Bundesligist Maccabi Tel Aviv, ein Duell, das aus verschiedenen Gründen weit über den Sport hinausgeht. Bei Maccabi Tel Aviv herrscht derzeit absolute Unruhe.
Der Verein befindet sich in einer schweren sportlichen Krise, die sich in dramatischen Fanprotesten äußert. Hooligans von Maccabi Tel Aviv haben in der Nacht Raketen auf die Wohnung von Trainer Zarko Lazetic abgefeuert, der mit seiner Familie in einem Hochhaus lebt. Zudem wurden Rauchbomben und Knallkörper gezündet, und die Angreifer versuchten sogar, in das Gebäude einzudringen.
Die Botschaft der aufgebrachten Fans ist eindeutig: Der serbische Trainer wird für die aktuelle Krise verantwortlich gemacht und muss gehen. Nach einer 0:6-Niederlage gegen Olympique Lyon in der Europa League steht Maccabi mit nur einem Punkt auf dem 35. Platz von 36 Teams. In der heimischen Liga erlitt das Team kürzlich eine 2:6-Pleite gegen Beitar Jerusalem.
Nachdem Lazetic zunächst seinen Rücktritt angekündigt hatte und dem Training fernblieb, kehrte er nach Gesprächen mit den Vereinsbesitzern an seinen Posten zurück. Während sich die Situation in Israel zuspitzt, bereitet sich Stuttgart auf einen großen und speziellen Einsatz vor. Die Polizei Stuttgart rechnet mit erheblichen Herausforderungen und bereitet sich "auf ein breites Spektrum bis hin zu terroristischen Szenarien" vor.
Dies erklärte Carsten Höfler, der Vize-Polizeipräsident von Stuttgart, in einem Interview mit dem SWR. Die Sicherheitskräfte werden über zweieinhalb Tage im Einsatz sein, da bereits am Mittwoch die ersten israelischen Gäste erwartet werden und viele erst am Freitag wieder abreisen. Die Polizei hat versprochen: "Wir schützen jüdisches Leben, wir verhindern antisemitische Übergriffe und treten jeder Form von Gewalt entschieden entgegen."
Gleichzeitig muss jedoch auch die Meinungs- und Versammlungsfreiheit gewährleistet werden, weshalb bereits Protestkundgebungen in Stuttgart geplant sind. Rund 300 Maccabi-Fans werden in der Stadt erwartet. Die Brisanz des Spiels wird durch die jüngsten Ereignisse rund um Maccabi Tel Aviv noch verstärkt.
Im November 2024 kam es in Amsterdam bei einem Spiel zwischen Ajax und Maccabi zu schweren Ausschreitungen, als pro-palästinensische Gruppen Jagd auf israelische Fans machten, während Maccabi-Anhänger mit anti-palästinensischen und rassistischen Parolen provozierten. Vor einem Monat verzichtete Maccabi beim Spiel gegen Aston Villa in Birmingham aufgrund von Sicherheitsbedenken vollständig auf ihr Gästekontingent.
Stuttgart verfolgt einen anderen Ansatz und möchte "allen Fans ein sicheres und friedliches Fußballspiel ermöglichen". Die Erfahrungen aus der Fußball-Europameisterschaft 2024, bei der Stuttgart erfolgreich mehrere EM-Spiele ausrichtete, kommen den Sicherheitskräften nun zugute. Zuletzt war die Polizei beim Spiel des VfB gegen Rotterdam stark gefordert.