Vincent Kompanys bescheidene Feier zum 40. Geburtstag
Vincent Kompany, der gefeierte Trainer des FC Bayern München, blieb bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen St. Pauli seiner zurückhaltenden Art treu und vermied große Ankündigungen. Doch zwischen den Zeilen vermittelt er seinen zukünftigen Gegnern Respekt.
München – Anlässlich seines 40. Geburtstags zeigte sich Kompany zwar zufrieden mit den bisherigen Leistungen in dieser Saison, doch eine Feier ist für ihn nicht in Sicht: „Kurze Antwort: Nein, ich kann nicht groß feiern.“ Für ihn ist das Wichtigste: „Vom Gefühl her ist das Beste, was man sich wünschen kann, drei Punkte. Ich bin es gewohnt, meine Geburtstage während der Halbfinals und Viertelfinals zu feiern, und dann gibt es als Bonus die Siege in diesen entscheidenden Momenten“, erklärte der Belgier auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC St. Pauli.
Sportvorstand Max Eberl, der ebenfalls anwesend war, teilte mit, was er besonders an Kompany schätzt. Obwohl er zunächst zögerte, seine Lobeshymne auszuführen, fasste der 52-Jährige zusammen: „Die Art, wie Vinny Trainer und Mensch verbindet, ist außergewöhnlich. Er ist als Mensch immer freundlich, offen und nahbar. Gleichzeitig weiß er genau, was er will und wie er es auf dem Platz umsetzen möchte. Mit 40 Jahren ein Team zu führen und einen Verein zu repräsentieren, ist etwas ganz Besonderes!“
Diese Worte berührten Kompany sichtlich. Er bestätigte Eberls hohe Meinung über ihn auf seine charakteristische Weise. Auf die Leistung von Aleksandar Pavlović im Bernabéu angesprochen, über die der 21-jährige Nationalspieler in der ersten Halbzeit selbst unzufrieden war, sagte Kompany: „Pavlo ist ein Spieler aus der Bayern-Jugend, die haben keine Angst. Da kannst du immer ehrlich und offen sein. Wenn er selbst sagt, dass seine erste Hälfte nicht gut war – das ist in Ordnung. Bei ein bis drei Fehlpässen stellt sich die Frage: Wie bereit warst du, für die Mannschaft zu kämpfen? Bei Pavlo ist das immer eine 10 von 10“, verteidigte Kompany seinen Spieler und fügte hinzu: „Er war nicht der Einzige. Obwohl uns etwas Phänomenales gelungen ist, können wir noch besser sein.“
Trotz des historischen 2:1-Siegs, dem ersten Triumph des FC Bayern im Estadio Santiago Bernabéu nach 25 Jahren, ist Kompany überzeugt, dass seine Mannschaft noch Potenzial hat. Daher zeigte er sich auch unzufrieden mit dem nicht gegebenen Elfmeter nach einem Foul an Michael Olise und den verpassten Großchancen, die sein Team vor dem Rückspiel in eine noch bessere Position hätten bringen können. Sein Ziel bleibt es, auch das Rückspiel gegen Real Madrid in der heimischen Arena zu gewinnen.
Auf die Möglichkeit eines Bundesliga-Torrekords in Hamburg angesprochen, nannte Kompany zunächst die drei Punkte für einen Sieg als Ziel und ergänzte: „Unser Ziel ist es, immer die bestmögliche Leistung zu bringen. Das Allerbeste zu erreichen, ist schwierig, da wir in dieser Saison bereits 16 Spiele in Folge gewonnen haben. Das ist die Benchmark, die wir in der letzten Phase der Saison wieder erreichen wollen. Das ist ein gemeinsames Ziel. Doch wenn wir zurückblicken, wissen wir, dass wir gerade sehr viel richtig machen. Verbesserung ist jedoch immer möglich.“
Der 40-Jährige erinnerte an den europäischen Rekordstart zu Beginn der Saison mit 16 Siegen in Serie in allen Wettbewerben. Nach dem Unentschieden in doppelter Unterzahl in Leverkusen stehen Kompanys Bayern derzeit bei vier Siegen in Folge. Um die „16-Siege-Benchmark“ in dieser Saison noch einmal zu erreichen, müssen alle verbleibenden Partien gewonnen werden: sechs in der Bundesliga, vier in der Champions League und zwei bis zum DFB-Pokalsieg.
Dann könnte Kompany seinen 40. Geburtstag mit einem Triple nachfeiern. Die Gegner heißen allerdings Real Madrid, wahrscheinlich PSG und möglicherweise FC Arsenal im Champions-League-Finale. Unmöglich? Man frage Jupp Heynckes, wie er es 2013 geschafft hat. Die Real-Stars, die selbst nach der Heimniederlage so zuversichtlich sind, wären laut Kompanys Plan im Viertelfinal-Rückspiel nur eine Durchgangsstation. Gut, dass der Belgier dies nicht wörtlich ausgedrückt hat.