Wesley Sneijder feiert Comeback in der vierten Liga

Wesley Sneijder feiert Comeback in der vierten Liga

Vor mehr als zehn Jahren war Wesley Sneijder maßgeblich an einer bitteren Finalniederlage des FC Bayern in der Champions League beteiligt. Auch knapp sieben Jahre nach seinem Karriereende weckt der Name Sneijder bei Bayern-Fans schmerzhafte Erinnerungen.

Der niederländische Ausnahmespieler bescherte den Münchnern innerhalb eines Jahres gleich zwei unvergessliche Abende in der Champions League, wobei das verlorene Finale 2010 im Santiago Bernabéu wohl am meisten nachwirkt.

In diesem Endspiel war Sneijder als zentraler Spielmacher von Inter Mailand entscheidend, indem er die zwischenzeitliche 1:0-Führung durch Diego Milito vorbereitete. Nach einem weiteren Treffer des Argentiniers musste das von Louis van Gaal trainierte Bayern-Team mitansehen, wie die Italiener den Henkelpott in den madrilenischen Nachthimmel stemmten. Doch das war nicht das Ende: Auch in der darauffolgenden Saison schied der FC Bayern in der Königsklasse gegen Inter Mailand aus.

Diesmal bereits im Achtelfinale, nachdem sie das Hinspiel im legendären San Siro mit 1:0 gewonnen hatten. In der heimischen Allianz Arena kam es jedoch zu einem Debakel. Sneijder erzielte nach etwas mehr als einer Stunde den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich. Bayern hätte dennoch weiterkommen können, doch in der 88. Spielminute traf Goran Pandev zum 3:2-Endstand, was das Ausscheiden der Bayern aufgrund der damals geltenden Auswärtstorregel besiegelte.

Obwohl Sneijder seine Spielerkarriere im Sommer 2019 beendete, stand der mittlerweile 41-Jährige am vergangenen Wochenende wieder auf dem Platz. In seinem Geburtsort Utrecht trat er in der vierten niederländischen Liga für OSM ’75 Maarssen an. Beim 1:0-Heimsieg gegen Focus ’07 betrat der Ex-Profi 20 Minuten vor Abpfiff das Spielfeld und übernahm sofort die Kapitänsbinde.

„Niemand wusste offiziell davon“, erklärte der niederländische Rekordnationalspieler später gegenüber dem Sender Ziggo. Wie kam es zu diesem Comeback? „Ich habe mal scherzhaft auf der Geburtstagsfeier des Trainers gesagt: ‚Ich mache irgendwann mal mit‘, weil sie mich ständig gefragt haben. Dann muss ich mich aber offiziell anmelden, so ist das nun mal. Es war eine ziemliche Herausforderung“, so Sneijder weiter.

Die Wahl für diesen Viertligisten scheint einleuchtend, da sowohl sein jüngerer Bruder Rodney als auch sein älterer Bruder Jeffrey bei OSM ’75 tätig sind – der eine als Spieler, der andere im Trainerstab. Nach seinem Kurzeinsatz zeigte sich der Ex-Weltstar sichtlich zufrieden mit seinem Mini-Comeback.

„Ich habe immer gesagt: Fußball ist immer noch der beste Sport. Wenn man das noch kann, warum sollte man es nicht tun? Nach dem Spiel mit den Jungs in der Umkleidekabine zu sitzen, ist einfach herrlich“, schwärmt Sneijder. Er fügte hinzu: „Mir ging es einfach darum, Spaß zu haben und einen schönen Nachmittag mit den Jungs zu verbringen – und das hatte ich auch.“ Ob es zu weiteren Einsätzen kommen wird, bleibt abzuwarten.

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