WM 2026: Nico Schlotterbeck fällt aus, Grischa Prömel analysiert die Situation
Für Nico Schlotterbeck ist die WM 2026 vorzeitig beendet. Der BVB-Profi wird wegen eines Bänderrisses mehrere Wochen ausfallen. Grischa Prömel, der zukünftige Spieler des VfB Stuttgart, analysiert die Situation in seiner Kolumne für Absolut-Fussball.
Winston-Salem – Auf unser 2:1 gegen die Elfenbeinküste blicke ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich für meinen zukünftigen Teamkollegen Deniz Undav, dessen später Doppelpack nach seiner Einwechslung zeigt, dass er eine verlässliche Option ist. Es hat zweifellos Auswirkungen auf den Gegner, wenn er weiß, dass Deutschland einen Spieler wie Undav von der Bank bringen kann.
Andererseits leidet mein Freund Nico Schlotterbeck. Im Spiel wirkte die Verletzung zunächst nicht gravierend. Er biss auf die Zähne und spielte die Halbzeit zu Ende, weshalb ich hoffte, dass die Auswechslung lediglich einer Vorsichtsmaßnahme diente. Die Diagnose eines Bänderrisses im Sprunggelenk und das damit verbundene WM-Aus sind jedoch ein harter Schlag.
Als ich davon erfuhr, war ich zunächst fassungslos. Es trifft mich persönlich sehr, da er nicht nur ein großartiger Fußballer, sondern auch ein ausgezeichneter Charakter ist. Ich hatte gehofft, dass er zu einem der Gesichter der deutschen Mannschaft bei der WM werden könnte. Ich habe ihm sofort geschrieben und ihn ermutigt, den Kopf nicht hängen zu lassen.
Ich bin mir sicher, dass er stärker zurückkommen wird. Wir kennen uns schon lange und stammen beide aus dem Raum Stuttgart, wo die Familie Schlotterbeck bekannt ist. Später haben wir eine Saison bei Union Berlin zusammen gespielt und uns von Anfang an gut verstanden. Während im Fußball viele Freundschaften im Laufe der Zeit verblassen, ist die Verbindung zu Nico und seinem Bruder Keven beständig.
Auch mit Oliver Baumann stehe ich während der WM in Kontakt. Er betonte, dass die beiden Auftaktsiege wichtig waren. Die Reisen zwischen den Spielen sind jedoch anstrengend. Die DFB-Auswahl wird zudem wie ein Staatspräsident behandelt, mit abgesperrten Straßen, um pünktlich zu den Spielen zu gelangen. Solch ein Turnier ist für die Spieler eine enorme Erfahrung, wie er mir berichtete.
Das Team steht dabei klar im Vordergrund. Siege wie gegen die Elfenbeinküste schweißen die Mannschaft zusammen. Man sieht, wie auch die Spieler von der Bank sich mitfreuen. Bisher bringt jeder viel positive Energie ein. Ich freue mich bereits auf das letzte Gruppenspiel. Am Donnerstag steht zwar der Umzug in unser neues Zuhause in Stuttgart an.
Das wird sicher anstrengend, besonders bei diesen hohen Temperaturen. Dennoch werde ich mir das Spiel am Abend nicht entgehen lassen. Ecuador hat eine starke Mannschaft. Ich denke an die Abwehrreihe um Champions-League-Sieger Pacho und Caicedo im Mittelfeld. Vorne fehlt jedoch ein Topstürmer, wie man beim 0:0 gegen Curacao gesehen hat. Ich bin zuversichtlich, dass wir erneut gewinnen werden.