Zukunft der Kapitäne beim TSV 1860: Verlaat und Jacobsen im Ungewissen

Zukunft der Kapitäne beim TSV 1860: Verlaat und Jacobsen im Ungewissen

Die Zukunft der beiden Kapitäne des TSV 1860 bleibt ungewiss. Während Jesper Verlaat aufgrund einer Verletzung ausfällt, zeigt Thore Jacobsen konstant gute Leistungen. Warum zögern die Verantwortlichen der Löwen?

München – Der alte Seefahrerweisheit zufolge geht der Kapitän zuletzt von Bord. Doch beim TSV 1860 ist das Projekt Aufstieg ins Stocken geraten, und die Mannschaft wird neu formiert. Im Zentrum stehen die beiden Kapitäne, die seit Wochen ohne klare Perspektive sind.

Im Winter liefen 16 Verträge aus, doch seit zwei Wochen gibt es Fortschritte: Torhüter Thomas Dähne hat bis 2028 verlängert, und Tunay Deniz bleibt bis 2027. Clemens Lippmann wird den Verein verlassen. Bei Jesper Verlaat (29) und Thore Jacobsen (28) hingegen ist die Zukunft weiterhin ungewiss, was bereits seit geraumer Zeit für Verwirrung sorgt.

Besonders bei Verlaat, einem Fanliebling, wirft dies Fragen auf. Seit 2022 im Verein, hat er bereits 108 Einsätze in der Dritten Liga absolviert, meist als Kapitän. Der Niederländer gilt als wichtige Stütze der Abwehr – jedoch ist er seit längerer Zeit verletzt. Nach einer schweren Verletzung zu Beginn der Saison 24/25 folgte ein weiterer Rückschlag zu Beginn dieser Saison. Seit dem 7. Spieltag steht Verlaat nicht mehr auf dem Platz. Dabei waren die Löwen zu diesem Zeitpunkt auf einem Aufstiegsplatz, bis das unglückliche Spiel in Rostock alles veränderte.

Verlaat hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er beim Verein bleiben möchte. „Wenn ein Paar Schuhe gut passt, behält man es“, hat seine Mutter Cassandra ihm beigebracht. Im Sommer 2025 äußerte er: „Ich fühle mich bei 1860 wohl. In Holland tragen wir Clogs – meine gehen in Richtung Weiß-Blau.“

Die Frage bleibt: Lässt man einen solch wertvollen Spieler einfach ziehen? Fredi Heiß, Meisterlöwe, spricht sich für eine Vertragsverlängerung aus, ebenso Roman Wöll: „Es gibt keinen Grund, warum nicht. Nur weil er ein halbes Jahr verletzt war?“

Die Situation bei Thore Jacobsen ist anders. Der Mittelfeldspieler, der seit seiner Jugend in Bremen mit Verlaat verbunden ist, überzeugt durch Leistung. In der vergangenen Saison kam er auf 35 Einsätze, in der laufenden auf 31 – Zahlen, die für sich sprechen. Jacobsen ist kein Lautsprecher, sondern ein Taktgeber. Zudem ist er ein gefragter Distanzschütze (Platz fünf beim Tor des Jahres 2024) und hat in dieser Saison sieben von acht Elfmeter verwandelt, darunter einen mutigen Panenka gegen Rostock.

Vor allem ist Jacobsen anpassungsfähig. Er spielte erfolgreich neben Tunay Deniz und nach dessen Kreuzbandriss auch an der Seite von Philipp Maier. Er macht andere Spieler besser und hat Gewicht in der Mannschaft. Doch auch er steht wie sein Kollege Verlaat vor einer ungewissen Zukunft. Als Nordlicht hat er sich längst in Bayern eingelebt und kennt die Hausberge besser als mancher Einheimische.

Wie planen die Löwen also mit ihren Kapitänen? Zwei Führungsspieler, zwei auslaufende Verträge – alle warten auf Klarheit. In einem Interview zu Beginn der Saison sagte Verlaat: „Ich muss mich als Kapitän nicht aufspielen, sondern bleibe so wie ich bin.“ Die entscheidende Frage bleibt: Darf er das auch weiterhin beim TSV 1860?

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