Zukunft von Max Eberl beim FC Bayern München ungewiss
Bleibt Max Eberl über 2027 hinaus Sportvorstand des FC Bayern? Die Chancen dafür scheinen schlechter zu sein als erwartet, da intern Kritik an seinem Führungsstil geäußert wird.
München – Beim FC Bayern München zeichnet sich eine Personaldebatte ab, die den Klub in den kommenden Monaten beschäftigen dürfte. Sportvorstand Max Eberl, dessen Vertrag im Sommer 2027 ausläuft, steht offenbar vor einer ungewissen Zukunft an der Säbener Straße. Eine Verlängerung seines Vertrags gilt keineswegs als sicher, obwohl Eberl sportlich einiges vorzuweisen hat.
Laut Informationen von Sport Bild stehen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung mit dem 52-Jährigen derzeit bei 50:50. Damit ist die Zukunft des Sportvorstands weit offener als bislang angenommen. Aufgrund aktienrechtlicher Vorgaben darf der Verein frühestens im August 2026 konkret über eine Verlängerung verhandeln, und dann soll das Thema auch auf die Tagesordnung kommen.
Der Hauptgrund für die Unsicherheit liegt laut Sport Bild in einem gestörten Vertrauensverhältnis. Zwischen Eberl und den anderen Führungskräften soll es noch immer keine uneingeschränkte Vertrauensbasis geben. Berichten zufolge bindet der Sportvorstand den Aufsichtsrat, der seine finanziellen Entscheidungen absegnen muss, regelmäßig erst sehr spät in die Vorgänge ein. Zudem möchte Eberl Vertragsabschlüsse offenbar sehr schnell vorantreiben, was den Klub am Ende teurer zu stehen kommen kann, als wenn gründlicher nachverhandelt würde.
Ein konkretes Beispiel ist dem Bericht zufolge der Verkauf von Kingsley Coman. Eberl soll mit dem saudi-arabischen Klub Al-Nassr bereits eine Einigung über eine Ablöse von 25 Millionen Euro erzielt haben, was den Bayern-Bossen jedoch zu wenig war. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hakte nach, und letztendlich überwies Al-Nassr 30 Millionen Euro. Fünf Millionen mehr, die ohne Dreesens Nachhaken verloren gegangen wären.
Wie Absolut Bayern aus dem Umfeld des Klubs erfahren hat, ist Eberl intern bereits länger umstritten. Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist, dass der Sportvorstand Schwierigkeiten hat, in Verhandlungen klar Nein zu sagen, insbesondere bei Gehältern von Vertragsverlängerungen für Spieler. Dies habe in der Vergangenheit zu kostspieligen Zugeständnissen geführt. Zudem werden ihm Alleingänge und eine mangelhafte interne Kommunikation vorgeworfen – Eigenschaften, die in einem Großverein wie Bayern auf Dauer für Reibung sorgen können.
Während Eberls Zukunft also offen bleibt, zeichnet sich bei seinen Kollegen ein anderes Bild ab. Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund, deren Verträge ebenfalls 2027 enden, sollen laut Sport Bild verlängern. Sollte es tatsächlich zu einer Trennung kommen, sind die Münchner mit Dreesen und Freund ohnehin gut aufgestellt. Der oft gehandelte Name Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, ist derzeit kein ernsthafter Kandidat beim Rekordmeister.
Die Entscheidung über Eberls Zukunft beim FC Bayern dürfte spätestens im Spätsommer 2026 fallen und könnte weitreichende Folgen für die sportliche Ausrichtung des Klubs haben. Wer dann das Zepter in der Hand hält, wird maßgeblich beeinflussen, wie die Bayern die nächste Ära gestalten.