Albert Riera bleibt Trainer in Frankfurt, doch die Zukunft ist ungewiss
Albert Riera bleibt vorerst Trainer der Eintracht Frankfurt, doch Lothar Matthäus sieht für ihn kaum noch eine Zukunft. Die Diskussion um Rieras Verbleib hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das seine Position gefährdet.
Vor dem wichtigen Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund erhält der Spanier eine letzte Chance, doch die Zweifel an seiner langfristigen Perspektive sind massiv. Matthäus ist überzeugt, dass Rieras Tage am Main gezählt sind.
Der Rekordnationalspieler kritisiert nicht nur die sportlichen Ergebnisse, sondern auch die Entwicklung rund um den Trainer selbst. „Ich wünsche keinem Trainer, dass er entlassen wird. Ich habe so etwas aus anderen Gründen selbst erlebt, aber Riera ist ein bisschen selbst schuld“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne für Sky.
„In Frankfurt hat sich in den letzten drei bis vier Monaten alles um den Trainer gedreht, auch durch einige Aussagen, die Riera getroffen hat“, fügt Matthäus hinzu und kommt zu der ernüchternden Schlussfolgerung: „Ich glaube nicht, dass Riera noch eine Zukunft in Frankfurt haben kann. Dafür ist zu viel passiert.“
Die Tatsache, dass Riera, der in Frankfurt bereits einen umstrittenen Spitznamen haben soll, weiterhin auf der Bank sitzt, ist ein Zeichen für die Zerrissenheit in der Frankfurter Führung. Nach der enttäuschenden 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV und einer längeren Besprechung zwischen Sportvorstand Markus Krösche, dem Trainer und der Mannschaft fiel die Entscheidung, Riera zumindest bis zum Spiel in Dortmund im Amt zu lassen.
Die Hoffnung ist klar: Solange die geringe Chance auf einen Europapokalplatz besteht, möchte die Eintracht nicht den Eindruck erwecken, die Saison bereits abgehakt zu haben. Sportlich fällt Rieras Bilanz jedoch überschaubar aus: Seit seinem Amtsantritt im Februar als Nachfolger von Dino Toppmöller hat er in zwölf Spielen vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen erzielt.
Zusätzlich wird der Eindruck immer stärker, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht stabil ist. Ein erfahrener Spieler wie Mario Götze kommt unter Riera nicht mehr zum Einsatz, und auch der Top-Stürmer Jonathan Burkardt soll ein belastetes Verhältnis zum Trainer haben. Rieras denkwürdige Wutrede gegen die Medien hat die ohnehin angespannte Stimmung weiter verschärft.
Alles deutet darauf hin, dass das Spiel in Dortmund entscheidend für Riera sein wird. Nach dem Spiel könnte sich herausstellen, ob er auch am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart noch auf der Bank sitzt. Für Frankfurt geht es um die minimale Hoffnung auf Europa – für Riera möglicherweise um die letzte Chance, das Bild seiner kurzen Amtszeit zu verbessern.