Analyse des WM-Finales: Spanien gegen Argentinien
Marcell Jansen und Christopher Michel waren am Montag zu Gast in der letzten Ausgabe von „Die WM-WG“. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien.
München – Einen Tag nach dem spannenden Finale der WM 2026, in dem Spanien gegen Argentinien antrat, waren die ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen und der Fussball-Reporter Christopher Michel in der letzten Episode von „Die WM-WG“ von Absolut Fussball, unterstützt von IPPEN.MEDIA, zu hören. Das Gespräch drehte sich natürlich um das Endspiel und die damit verbundenen Kontroversen. Hier sind die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.
In Bezug auf das verlorene Finale der EM 2008 äußerte Jansen: „Ich glaube, für uns war es bitterer als für die Argentinier, denn es war wirklich knapp. Die Spanier waren zwar verdient besser, aber wir hatten die Möglichkeit, ins Elfmeterschießen zu kommen. Es war sehr enttäuschend, so ein Finale zu verlieren, aber man muss die goldene Generation der Spanier anerkennen.“
Zur Situation Argentiniens nach der WM bemerkte Michel: „Es wird einige Tage dauern, bis sie realisieren, wie groß die Chance tatsächlich ist. Es ist nicht zeitgemäß, alles um einen Spieler herum aufzubauen. Fußball ist ein Mannschaftssport. Wenn man sich nur auf einen Spieler konzentriert und dann überrascht ist, dass man gegen eine taktisch gut funktionierende Mannschaft nicht gut abschneidet, ist das eine Erkenntnis. Es muss einen Weg ohne Messi geben.“
Zur Härte des argentinischen Spiels meinte Jansen: „Das ist übertrieben, besonders wenn man bedenkt, dass sie hochverdient verloren haben. Das zeigt einen Mangel an Sportsgeist. Diese Bilder sind nicht schön, aber sie spiegeln nicht die gesamte argentinische Mannschaft wider, sondern eher einen Hitzkopf, auf den wir bereits hingewiesen haben.“
Sein schönster Moment der WM war für Jansen: „Es ist schön zu sehen, dass der Fußball gewonnen hat und die Spanier das Finale hochverdient gewonnen haben. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Bilder der Norweger, die sie kreiert haben, auch im Herzen mitgetragen habe.“
Zur Dominanz Spaniens im Finale sagte Michel: „Da gibt es keine zwei Meinungen. Ich erinnere mich an das Finale 2008, als sie das Spiel mit ihren Passkombinationen kontrollierten. Die Argentinier versuchten es mit Emotionalität, was nicht funktionierte. Sie sind so fest in ihrem System verankert und glauben an ihren Fußball. Dieses Spiel hatte nur einen verdienten Sieger.“
Zur Leistung Argentiniens äußerte sich Jansen: „Das war nichts. Ich hatte keine Idee, wie sie dieses Spiel gewinnen wollten. Es schien, als würden sie nach einem Elfmeterschießen lechzen. Die Härte war übertrieben, und das ständige Lamento war nicht hilfreich. So sind die Argentinier, sie gehen mit allem, was sie haben, in jedes Finale. Aber gegen die Spanier hatten sie keine Mittel. Ich habe selten einen so destruktiven Gegner in einem Finale gesehen.“
Zu Lamine Yamal sagte Michel: „Ich habe gesehen, dass der Junge 18 Zweikämpfe geführt hat und davon neun gewonnen hat. Wie cool er mit seinen 19 Jahren auf die ständigen Provokationen reagiert hat, war wirklich beeindruckend.“
Sein emotionalster Moment der WM war für Michel der „Undav-Moment“ mit dem Doppelpack: „Es war ein riesiges Gefühl, als wir das Gefühl hatten, dass Deutschland auch bei dieser WM angekommen ist. Unsere gemeinsame Zeit in dieser WM-WG war wirklich großartig.“