Aston Villa besiegt SC Freiburg im Europa-League-Finale
Aston Villa hat dem SC Freiburg im Finale der Europa League deutlich die Grenzen aufgezeigt. Trotz der Niederlage kann der Fußball-Bundesligist auf eine bemerkenswerte Saison zurückblicken.
In Istanbul applaudierte Prinz William als begeisterter Zuschauer Aston Villa, während SC-Stürmer Igor Matanovic frustriert auf den Rasen des Besiktas Parks spuckte. Seine Mitspieler reihten sich ernüchtert vor den mitgereisten Fans auf, die sich eine Krönung für den SC Freiburg erhofft hatten. Mit 0:3 (0:2) unterlag der Bundesliga-Club dem klaren Favoriten aus der Premier League. In verschiedenen Phasen des Spiels wurde der Klassenunterschied deutlich.
„Im Moment empfinde ich keine Zufriedenheit. Wir haben ein Finale verloren, das schmerzt“, erklärte SC-Trainer Julian Schuster gegenüber RTL. In den ersten 40 Minuten war das Spiel seiner Mannschaft „in Ordnung“, doch dann gab das Team durch Standardsituationen die Kontrolle über die Partie aus der Hand. In der zweiten Halbzeit verdiente sich sein Team „ein Kompliment“, aber „es hat leider nicht gereicht“. Die Trauer überwiegt.
Im größten Spiel der Vereinsgeschichte sorgte ein Doppelschlag von Youri Tielemans (41. Minute) und Emiliano Buendia (45.+3) für einen Schock beim SC. Zuvor agierten die Badener lange auf Augenhöhe, ließen jedoch in entscheidenden Momenten der Defensive dem überlegenen Premier-League-Club zu viel Raum. Mit dem 0:3 durch Morgan Rogers (58.) war die Partie endgültig entschieden.
Die beeindruckende Saison im internationalen Wettbewerb endete ohne den erhofften ersten großen Titel für den Sport-Club, wird jedoch als großer Erfolg in Erinnerung bleiben.
„Es ist ein historisches Spiel für Freiburg“, hatte Weltmeister-Coach Joachim Löw vor dem Anpfiff bei RTL gesagt. Das war es in der Tat, auch wenn Aston Villa zu stark für den letzten Schritt war. Denn zuvor war es den Breisgauern nie gelungen, international über ein Achtelfinale hinauszukommen, und nun hatten sie es bis ins Endspiel geschafft.
Statt mit einem Triumph im Besiktas Park erstmals in die Champions League einzuziehen, müssen sich die Badener mit der Teilnahme an der Conference League begnügen, die sie sich durch den siebten Platz in der Bundesliga gesichert haben.
Der letzte deutsche Europa-League-Champion bleibt Eintracht Frankfurt (2022). Villa-Coach Unai Emery rechtfertigte unterdessen seinen Ruf als Europa-League-Spezialist und gewann diesen Wettbewerb bereits zum fünften Mal, nachdem er zuvor Titel mit dem FC Sevilla (2014, 2015, 2016) und dem FC Villarreal (2021) gewonnen hatte.
Der vor dem Anpfiff gezeigte Optimismus der Breisgauer konnte nicht in Taten umgesetzt werden. „Es fühlt sich an, als wären wir bereit“, sagte Sportvorstand Jochen Saier. „Es ist die Krönung eines längeren Weges.“ 15.000 Zuschauer fieberten beim Public Viewing auf der Freiburger Messe vergeblich mit. Im Besiktas Park herrschte von Beginn an eine beeindruckende und teils ohrenbetäubende Atmosphäre.
In der Anfangsphase wirkte die Schuster-Elf etwas nervös und sah sich dem Druck von Aston Villa ausgesetzt. Vor 37.324 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, trat das Team aus Birmingham reifer und abgeklärter auf.
Die Südbadener verteidigten anfangs jedoch kompakt und kamen besser ins Spiel. Es fehlten ihnen jedoch die Mittel, um Torgefahr zu erzeugen. Die einzige nennenswerte Chance der ersten Hälfte hatte Nicolas Höfler nach einer Standardsituation, dessen Ball jedoch knapp am rechten Pfosten vorbeiflog (17.).
Dann jedoch erlaubte sich der Sport-Club in der Defensive Nachlässigkeiten, die Aston Villa zu nutzen wusste. Nach einer zunächst kurz ausgeführten Ecke hatte kein Freiburger Tielemans im Blick, der mit einem sehenswerten Volleyschuss vollendete. Es kam noch schlimmer für den SC, als Buendia mit einem wunderschönen Schlenzer traf.
Beim 0:3 konnte Philipp Lienhart Rogers nicht stoppen. Der Anhang ließ sich davon nicht beirren, hüpfte und schunkelte auf der Tribüne und feierte den SC dennoch.