Aufregung bei BVB-Mitgliederversammlung: Sebastian Kehl und Nico Schlotterbeck
Eine Szene zwischen Sebastian Kehl und Nico Schlotterbeck während der BVB-Mitgliederversammlung sorgte für viel Aufregung. Der Sportdirektor hat nun Klarheit geschaffen.
Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag, den 23. November, gab es einige kritische Rückmeldungen an die BVB-Führung. Die Wahlergebnisse des neuen Vereinsvorstands unter Hans-Joachim Watzke waren enttäuschend; der neue Präsident erhielt lediglich 59 Prozent der Stimmen. Auch zahlreiche Mitglieder äußerten Kritik und forderten Reformen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Szene, die nur wenig mit der Versammlung selbst zu tun hatte. Diese ereignete sich beim Einmarsch der Profimannschaft, der von verhaltenem Applaus der Mitglieder begleitet wurde: Sebastian Kehl klatschte mit den Spielern ab, während Nico Schlotterbeck ohne Handschlag am Sportdirektor vorbeiging. Ein Video dieser Situation ging am Sonntag viral.
Die Reaktionen waren groß. Es wurde spekuliert, ob Schlotterbeck Kehl absichtlich übersehen habe und ob es Spannungen zwischen dem ehemaligen BVB-Kapitän und dem aktuellen Publikumsliebling aus der Abwehr gebe. Nach dem 4:0-Heimsieg gegen den FC Villarreal in der Champions League nahm der BVB-Boss die Situation mit Humor.
„Ich habe mich ehrlich gesagt gewundert und sehr geschmunzelt, als ich mit Schlotti darüber gesprochen habe“, sagte Kehl in der Mixed Zone gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. „Es mag unglücklich aussehen, aber das ist nicht schlimm. Alles ist in Ordnung, es gibt keine Probleme.“
Tatsächlich war es weit hergeholt, aus den Bildern einen echten Konflikt zwischen Kehl und Schlotterbeck abzuleiten. Für den fehlenden Handschlag gibt es zahlreiche harmlose Erklärungen. Einen Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen zwischen Dortmund und dem DFB-Star muss man „reininterpretieren“, wie Kehl es ausdrückte.
„Es ist nicht so, dass die Verhandlungen deswegen ins Stocken geraten“, fügte er lächelnd hinzu. Eine Vertragsverlängerung mit Schlotterbeck über 2027 hinaus hat für den BVB höchste Priorität. Der Nationalspieler möchte sich jedoch nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen lassen. Die Frage ist, welches Gesamtpaket aus finanziellen und insbesondere sportlichen Aspekten Dortmund anbieten kann.
Die Auswirkungen der viral gegangenen Szene werden sich jedoch in engen Grenzen halten. „Es ist doch schön, dass wir immer neue Geschichten kreieren, mit denen ihr leben könnt“, wandte sich Kehl ironisch an die anwesenden Journalisten. Die Aufregung um den fehlenden Handschlag dürfte ihm lieber sein als der Wirbel um Karim Adeyemi und seinen illegalen Waffenbesitz.