Axel Hellmann bleibt Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt für weitere fünf Jahre
Der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, Axel Hellmann, wird für weitere fünf Jahre im Amt bleiben. Der frühere Trainer Adi Hütter hat zudem gute Chancen auf eine Rückkehr als Chefcoach.
Frankfurt – Axel Hellmann ist in der Öffentlichkeit zuletzt eher in den Hintergrund geraten, abgesehen von einem bereits lange geplanten Auftritt bei Comedian Henni Nachtsheim im Kabarett „Die Käs“. Diese Zurückhaltung kam überraschend, insbesondere in Anbetracht der aktuellen sportlichen Krise, in der viele von einer stärkeren Führung an der Spitze der Eintracht erwartet hätten. Hellmann bleibt jedoch an der Spitze des Vereins und wird bis 2031 im Amt sein.
Insgesamt wird er dann 30 Jahre lang im Zeichen des Adlers tätig sein. Dies ist eine bemerkenswerte Zeitspanne in einem Geschäft, das stark von Schnelligkeit und finanziellen Interessen geprägt ist. Drei Jahrzehnte für einen Verein zu arbeiten, ist mehr als nur ein Job – es ist ein Lebenswerk.
Der 54-Jährige kennt seinen Klub in- und auswendig. Er spürt die Strömungen und agiert vorausschauend. Als treibende Kraft ist er strategisch und mutig, was ihn von vielen anderen unterscheidet.
Hellmann, der das Trauma von Rostock nie ganz überwunden hat, hat den Klub entscheidend geprägt. Ohne ihn wäre Eintracht Frankfurt nicht dort, wo sie heute steht – das räumen selbst seine Kritiker ein. Er fordert viel, liefert jedoch auch viel. Sein Name ist eng mit dem Aufschwung des Vereins verbunden, den er erfolgreich in die europäische Fußballszene geführt hat.
Die vergangenen Wochen waren für ihn schmerzhaft, da viele Werte, für die der Klub steht, in Frage gestellt wurden: Verlässlichkeit, Integrität, Würde und Stolz. In der Bundesliga wurden die Frankfurter belächelt, was für Hellmann eine große Enttäuschung war. Dennoch blieb er ruhig und hielt sich im Hintergrund.
Im Hintergrund wurde jedoch an seiner Vertragsverlängerung gearbeitet, die am 3. Juni voraussichtlich vom Aufsichtsrat genehmigt wird. Ein Veto ist nicht zu erwarten, vielmehr wird mit Zustimmung gerechnet.
In zahlreichen Gesprächen mit Vereinspräsident Mathias Beck wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Es gab kaum Dissens, und beide waren sich über die strategischen Ziele schnell einig. Hellmann erwartet klare Konzepte vom Mehrheitsgesellschafter, um zu wissen, wohin die Reise gehen soll.
Es war ihm auch wichtig, dass Mathias Beck am 19. Oktober zur Wiederwahl als Präsident nominiert wird. Hellmann möchte wissen, mit wem er zusammenarbeitet und wer die entscheidenden Ansprechpartner sind. Nur wenn er aktiv gestalten kann, wird er weiterhin dabei sein.
Der Verein weiß um den Wert, den Hellmann für ihn hat. Vor drei Jahren gab es bereits Bedenken, dass er den Klub verlassen könnte, da er ernsthaft mit einem Wechsel zur DFL liebäugelte. Doch er entschied sich zu bleiben – und das tut er auch jetzt.
Die finanziellen Bedingungen für Hellmann sind zwar nicht ganz klar, jedoch ist bekannt, dass sein Gehalt, das von der „Bild“ mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr angegeben wurde, nicht der Realität entspricht. Für die Eintracht ist seine Verlängerung ein wichtiges Zeichen der Kontinuität und Stabilität.
Es bleibt die Frage, warum Hellmann in der letzten Zeit so still blieb, obwohl er in der Vergangenheit oft lautstark auf Missstände hingewiesen hat. Dies war besonders auffällig, als vor fünf Jahren die gesamte sportliche Führung den Klub verließ. Der frühere Trainer Adi Hütter hat nun erneut gute Chancen, Chefcoach zu werden, wenn sowohl er als auch der Verein dies wollen.
Im Fall von Oliver Glasner, der 2023 als Erfolgscoach galt, war die Situation intern angespannt. Hellmann hatte die Trennung vorbereitet, hielt jedoch respektvoll zu den Zuständigkeiten anderer. Ein weiterer Grund für seine Zurückhaltung könnte sein, dass er der Meinung war, dass selbst ein leidenschaftlicher Appell in der aktuellen Situation nichts bewirken würde. Populismus und Aktionismus liegen ihm fern.