Bayern München und der Deadline-Day: Nicholas Jackson im Fokus
Der nächste Akt im Transfertheater von Bayern München dreht sich um Nicholas Jackson.
Wie jedes Jahr am 1. September ist es wieder soweit: Deadline-Day. Während die Mitarbeiter beim Pay-TV-Sender in gelben T-Shirts erscheinen, herrscht in der Fußballwelt Aufregung. Wer wird noch verpflichtet? Wer verlässt den Verein?
Immerhin spielt das gute alte Faxgerät, wie es einst beim gescheiterten Wechsel von Eric Maxim Choupo-Moting der Fall war, im Jahr 2025 keine Rolle mehr. Bis 20 Uhr an diesem Montag dürfen Spieler im Online-Registrierungstool mit dem passenden Namen „TOR“ eingetragen werden.
Bereits jetzt ist klar, dass der Transfer-Ticker bis dahin heißlaufen wird. Seit Samstagmittag ist zudem bekannt, dass der FC Bayern erneut mittendrin ist in diesem Last-Minute-Theater, bei dem man sich früher zurücklehnen und die Darbietungen der anderen genießen konnte.
„Früher haben wir über diesen Deadline-Day gelacht“, sagte Uli Hoeneß 2023, als er von dem gescheiterten Deal mit Joao Palhinha betroffen war. Zwei Jahre später müssen Hoeneß und seine Kollegen nun erkennen, dass es immer schlimmer kommen kann.
Bis zum Anpfiff des Spiels in Augsburg, das mit 3:2 endete, sah es so aus, als könnte Max Eberl zu Wochenbeginn Chelsea-Profi Nicholas Jackson als Top-Lösung präsentieren. Nach dem Spiel war der Deal von Chelsea jedoch geplatzt, und Eberl und sein Team mussten sich erneut an den Verhandlungstisch zurückziehen.
Diese Wendung passt zur aktuellen Transferperiode, in der bereits Florian Wirtz und Nick Woltemade dem FC Bayern empfindliche Rückschläge zugefügt haben. Doch aus Münchner Sicht ist die Situation zu bitter, um darüber zu lachen.
Von Eberl ging eine Mischung aus Unglauben und Schock aus, während er versuchte, Positivität auszustrahlen. Ihm war bewusst, dass die Zeit drängt, um den Kader, der für Titelkämpfe zu dünn ist, zu verstärken. Gleichzeitig ist er sich dessen bewusst, dass er öffentlich als das Gesicht des Schlamassels gilt. Doch wirklich fair ist das nicht.
Der Fall Jackson war von externen Faktoren geprägt und kam zu diesem späten Zeitpunkt nur zustande, weil Eberl in einem Umfeld agieren muss, das ihm kaum Handlungsspielraum lässt. „Bitte erst verkaufen, dann kaufen, lieber leihen statt kaufen“: Diese finanzielle Weitsicht birgt das Risiko, dem sich der FC Bayern in dieser Saison des Umbruchs stellen muss. Selbst wenn am Deadline-Day noch etwas passieren sollte.