Bayern Münchens Dreesen kritisiert englische Transferpraktiken

Bayern Münchens Dreesen kritisiert englische Transferpraktiken

Frankfurt/München – Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef von Bayern München, äußerte bei der DFL-Generalversammlung 2025 scharfe Kritik an den Transferpraktiken englischer Fußballvereine. In einem Interview mit Sky erklärte der 57-Jährige: „Wir erleben Summen, die wir uns sicherlich auch vor kurzer Zeit nicht hätten vorstellen können. Besonders die Engländer haben in diesem Jahr Dinge getan, die man erst einmal verstehen muss.“

Für den deutschen Rekordmeister war die diesjährige Transferperiode besonders schmerzhaft, da die Verpflichtung von Top-Talenten wie Florian Wirtz und Nick Woltemade scheiterte. Beide Spieler, die für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen, haben mittlerweile attraktive Angebote aus der Premier League erhalten. Solche Entwicklungen sind im aktuellen Weltfußball keine Seltenheit.

Die Premier League stellte im Transfersommer 2025 mit Ausgaben von über 3,59 Milliarden Euro einen neuen Rekord auf. Zum Vergleich investierte die Bundesliga im gleichen Zeitraum lediglich 856 Millionen Euro in Transfers. Diese finanzielle Kluft ist vor allem auf die deutlich höheren Einnahmen der englischen Klubs aus nationalen und internationalen Medienverträgen zurückzuführen.

Trotz dieser Herausforderungen betonte Dreesen die Stärken des FC Bayern und hob die Bedeutung des Teamgeists hervor. „Es ist ungerecht und nicht richtig, einem einzelnen Gutes oder Schlechtes zuzuschreiben. Wir sind ein Team, und das werden wir auch in dieser Saison beweisen“, sagte der Funktionär und unterstrich die kollektive Verantwortung bei den Münchnern.

Der Rekordmeister setzt bewusst auf interne Stärke und Geschlossenheit, um trotz finanzieller Nachteile wettbewerbsfähig zu bleiben. Bundestrainer Julian Nagelsmann plädierte unterdessen für einen pragmatischen Umgang mit der Situation. „Man muss akzeptieren, dass man in bestimmten Momenten nicht der finanzielle Top-Competitor sein kann“, äußerte Nagelsmann bei RTL/ntv.

Weiterhin betonte der Bundestrainer: „Es ist für mich nie der richtige Weg, weinerlich zu sein und zu sagen, wie schlimm alles ist. Man muss die Situation annehmen, wie sie ist.“ Nagelsmann forderte die deutschen Vereine auf, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren: „Wir müssen daran denken, was für einen Reiz wir haben, und daraus das Beste machen.“

Topics

Related news