Begrenzter Einfluss des BVB-Blocks in der Nationalmannschaft
Der Einfluss des BVB-Blocks in der deutschen Nationalmannschaft erweist sich als begrenzt. Lediglich Abwehrspieler Nico Schlotterbeck hat sich unter Trainer Julian Nagelsmann als feste Größe etabliert.
Im Vorfeld der WM-Qualifikationsspiele gegen Luxemburg und Nordirland wurde viel über die fünf nominierten Spieler des BVB diskutiert. Nach den beiden Partien zeigt sich jedoch, dass nur Schlotterbeck eine bedeutende Rolle im Team des DFB spielt, während die anderen Spieler um ihren Platz kämpfen müssen.
In der Auswahl von Julian Nagelsmann war der BVB-Block in dieser Phase gleichwertig mit dem FC Bayern, was zu Spekulationen über einen neuen Einfluss der Dortmunder beim DFB führte. Allerdings stellte sich nach den Spielen gegen Luxemburg (4:0) und Nordirland (1:0) heraus, dass die Bayern-Spieler tragende Rollen einnahmen, während dies für die Dortmunder nur auf Schlotterbeck zutraf.
Der Verteidiger stand in beiden Spielen in der Startelf und rechtfertigte das Vertrauen von Nagelsmann vollends. Der Bundestrainer erhielt Zustimmung für die Entscheidung, den Publikumsliebling nach seiner langen Verletzungspause wieder zu nominieren.
Gegen Luxemburg erlebte Schlotterbeck, wie auch die anderen Deutschen, einen ruhigen Abend, der aufgrund der Belastungssteuerung bereits nach 45 Minuten für ihn endete. In Nordirland zeigte er in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung und erzielte Bestnoten, im Gegensatz zu Karim Adeyemi.
Der offensive Spieler, der in Dortmund in guter Form ist, hatte ebenfalls die Chance, in beiden Spielen zu starten, konnte diese jedoch gegen Luxemburg nur teilweise nutzen. In Nordirland vergab er eine klare Chance, als er den Ball allein vor Torhüter Bailey Peacock-Farrell links vorbeilegte.
In Dortmund hätte Adeyemi diese Gelegenheit möglicherweise verwandelt, während er im DFB-Team weiterhin nach seiner Bestform sucht. Zudem erhielt er eine unnötige Gelbe Karte, die ihn im Rückspiel gegen Luxemburg im November sperren wird, sodass er möglicherweise erst im abschließenden Qualifikationsspiel gegen die Slowakei in Leipzig wieder zum Einsatz kommen kann.
Im Hinblick auf die WM 2026 und die Rückkehr von Jamal Musiala gibt es in der deutschen Offensive nur einen freien Platz neben Musiala und Florian Wirtz. In diesem Kontext hat sich Serge Gnabry im aktuellen Lehrgang deutlich stärker ins Spiel gebracht als Adeyemi oder Maximilian Beier, der in beiden Spielen als Joker agierte, jedoch blass blieb.
Waldemar Anton kam ebenfalls in beiden Spielen von der Bank zum Einsatz, war gegen Luxemburg beschäftigungslos und konnte gegen Nordirland in der Schlussphase keine zusätzliche Sicherheit bieten. Felix Nmecha, der ebenfalls nominiert wurde, blieb in beiden Spielen auf der Bank.
Mit Ausnahme von Schlotterbeck bleiben die BVB-Spieler im DFB-Team Herausforderer und müssen sich durch Leistungen im Klub weiter empfehlen, um im November wieder berufen zu werden und perspektivisch eine Rolle bei der WM in Nordamerika zu spielen. Dies gilt auch für die nicht berücksichtigten Spieler wie Julian Brandt und Pascal Groß.
Auf Vereinsebene müssen sich alle Dortmunder beweisen. Der BVB steht vor einem intensiven Herbst mit sieben Spielen in 22 Tagen, davon sechs auswärts. Diese Phase wird entscheidend dafür sein, wer sich für weitere Einsätze im DFB-Team empfehlen kann. Bis dahin bleibt der große BVB-Block lediglich eine Momentaufnahme.