Berater Ali Barat und der Nicolas Jackson Transfer
Der Berater Ali Barat ließ sich nach der Leihe von Nicolas Jackson vom FC Chelsea zum FC Bayern feiern. Doch er erhielt Unterstützung von einem Berufskollegen.
München – Die Pressemitteilung über die Leihe (Gebühr: 16,5 Millionen Euro) von Nicolas Jackson vom FC Chelsea zum FC Bayern war die bizarrste des vergangenen Transfersommers. Die Berateragentur des Stürmers lobte sich selbst und bezeichnete den Wechsel als „bahnbrechend“ und eine „Weltrekord-Leihe“. Besonders der Inhaber wurde in den höchsten Tönen gelobt, bereits in der Überschrift hieß es: „Ali Barat definiert das Spiel neu“.
Was inmitten dieser Selbstinszenierung unerwähnt blieb: Der selbsternannte „Super-Agent“ erhielt beim Transfer Unterstützung von einem Kollegen. Nach Informationen der tz brachte Christian Wein den Deal ins Rollen. Der deutsche Mitinhaber der Agentur AS1, der zuvor Luis Diaz von Liverpool nach München transferierte, war auch beim Wechsel von Jackson zum FC Bayern maßgeblich beteiligt.
Der Grund dafür ist, dass der bescheidene Jurist, der in Barcelona aufwuchs und dort studierte, im Gegensatz zu Barat seit Jahren enge Kontakte zu Sportvorstand Max Eberl pflegt. Beide kannten sich bereits aus der Zeit, als Eberl Borussia Mönchengladbach leitete.
In einem Interview mit der italienischen Zeitung „Tuttosport“ wurde Barat im September 2025 nach dem Geheimnis des Jackson-Deals gefragt. Seine Antwort lautete: „Es gibt keine Zauberformel. Nur Geduld, Durchhaltevermögen, gegenseitigen Respekt und Dialog.“ Und offensichtlich auch eine Prise Hilfe von Diaz-Berater Wein.
Es gehört jedoch zur Wahrheit, dass Barat im Transfersommer auch andere bemerkenswerte Deals abschloss, darunter den Wechsel von Piero Hincapie von Leverkusen zu Arsenal, von Xavi Simons zu Tottenham und vor allem von Dean Huijsen von Bournemouth zu Real Madrid.
„Bei diesen Wechseln geht es nicht nur darum, Geschäfte abzuschließen, sondern sie spiegeln eine tiefere Philosophie der erstklassigen Karriereentwicklung wider“, heißt es am Ende der kuriosen Pressemitteilung. Ein Understatement? Das klingt anders.
Philipp Kessler, Vinzent Tschirpke