FC Chelsea stoppt Leih-Deal mit Nicolas Jackson

FC Chelsea stoppt Leih-Deal mit Nicolas Jackson

Kurz vor der geplanten Vertragsunterzeichnung hat der FC Chelsea den Leih-Deal für seinen Spieler Nicolas Jackson mit dem FC Bayern München platzen lassen und verfolgt nun eine neue Strategie.

München / London – Nach dem Wechsel von Kingsley Coman vor zwei Wochen zum CR7-Klub al-Nassr in die saudische Petrodollar-Liga wuchs der Druck auf die sportliche Leitung des FC Bayern, einen Offensivspieler für den dünn besetzten Kader zu verpflichten. Die Vorgabe des Aufsichtsrats, lediglich Leihspieler zu verpflichten, erschwerte die Situation für Sportvorstand Max Eberl und sein Team erheblich.

Ursprünglich hatte Bayern Interesse an Christopher Nkunku vom FC Chelsea, doch dieser entschied sich für einen Wechsel zum AC Milan, der bereit war, den französischen Nationalspieler fest zu verpflichten. Stattdessen sollte Nicolas Jackson, ein Ex-Teamkollege von Nkunku, als Leihspieler nach München kommen. Der deutsche Rekordmeister war sogar bereit, eine Rekordsumme von 15 Millionen Euro für eine einjährige Leihe zu zahlen, um die Kaufpflicht von 2026 in eine Kaufoption von 65 Millionen Euro umzuwandeln.

Alle Beteiligten – die beiden Vereine und der Spieler – waren mit dem Deal einverstanden. Der senegalesische Nationalspieler flog am Samstagnachmittag mit seinem Berater Ali Barat von London nach München, um zunächst den Medizincheck zu absolvieren, gefolgt von der Vertragsunterzeichnung. Während Jacksons Flug nach München spielte Chelsea in der Premier League gegen Fulham und gewann 2:0, doch Stürmer Liam Delap musste nach 14 Minuten wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden, mit einer geschätzten Ausfallzeit von bis zu acht Wochen.

In Anbetracht dieser neuen Personalsituation stoppten die Verantwortlichen von Chelsea sofort den Deal mit Bayern und riefen Jackson umgehend nach London zurück. Alle vorherigen Vereinbarungen waren damit hinfällig. Dies war ein Schock für den FC Bayern, aber noch schlimmer für den Spieler, dessen Agent Barat den „Rückruf aus London“ empört ablehnte. Seitdem sind er und Jackson in München, doch die Chancen auf einen Wechsel zum deutschen Rekordmeister sind mittlerweile auf ein Minimum gesunken.

Der FC Chelsea bemüht sich nun, einen Ersatz für Delap zu verpflichten, doch laut neuesten Berichten könnte Jackson nur noch fest und nicht mehr auf Leihbasis nach München wechseln. Dies hätte der FCB-Aufsichtsrat bereits abgelehnt. Eine ungewisse Situation für den jungen Senegalesen zeichnet sich ab.

Der FC Bayern hat bereits ähnliche negative Erfahrungen mit einem anderen Londoner Verein gemacht, wobei nicht die zähen Verhandlungen um Harry Kane mit Tottenham Hotspur gemeint sind. Ein Beispiel ist der gescheiterte Transfer von João Palhinha am Deadline Day 2023 von Fulham, nachdem der Portugiese bereits den Medizincheck in München erfolgreich absolviert hatte, aber aufgrund des Fehlens eines Ersatzspielers zurück nach London reisen musste.

Es wäre korrekter gewesen, wenn Fulham Palhinha gar nicht erst nach München hätte reisen lassen, um sicherzustellen, dass sie selbst handlungsfähig bleiben. Nun stellt sich die Frage: Was wäre passiert, wenn Jackson bereits am Freitag in München unterschrieben hätte oder Delap sich am Montag im Training verletzt hätte? Chelsea könnte in diesem Fall ebenfalls als unzuverlässig gelten.

Der FC Bayern geht in solchen Fällen wesentlich verantwortungsbewusster mit seinen Spielern um: Ryan Gravenberch durfte trotz des gescheiterten Palhinha-Transfers am Deadline Day nach Liverpool wechseln. In ähnlicher Weise wäre es „vernünftiger“ gewesen, Kingsley Coman erst nach Saudi-Arabien ziehen zu lassen, wenn bereits ein Ersatz gefunden worden wäre. Der deutsche Rekordmeister zeigt Verantwortung für seine Spieler und plante mit Coman für die laufende Saison, wollte ihm jedoch aufgrund des lukrativen Angebots nichts im Wege stehen.

Die Premier League, oft als die beste Fußballliga der Welt gepriesen, hat jedoch auch ihre Schattenseiten: Milliardenschwere Investoren betrachten ihre Vereine oft als teure Spielzeuge. Während die 50+1-Regel in Deutschland sicherstellt, dass die Vereine selbstbestimmt agieren können, sind die Klubs in der Premier League eher Wirtschaftsunternehmen als Sportvereine. Die Spieler des FC Bayern genießen eine erstklassige menschliche Behandlung, während PL-Spieler oft mehr als „Betriebskapital“ betrachtet werden.

Interessant ist auch, dass während Chelsea, Newcastle United und Liverpool bereit sind, „Mondsummen“ für Transfers zu zahlen, die Gehälter der Spieler im Vergleich zum FC Bayern relativ bescheiden sind. Die Hauptakteure im Fußball, die Spieler, sind somit nicht nur Betriebskapital, sondern auch Handelsware. Es ist nachvollziehbar, dass Nicolas Jackson diesem System entfliehen möchte. Es bleibt abzuwarten, wie lange es den deutschen Nationalspielern Florian Wirtz und Nick Woltemade auf der Insel gefallen wird.

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