Borussia Mönchengladbach kämpft um den Sieg
Borussia Mönchengladbach sehnt sich nach einem Sieg. Die Enttäuschung ist den Spielern oft anzumerken, doch es gibt auch positive Aspekte.
Mönchengladbach – Für die Fans von Borussia Mönchengladbach endet nahezu jedes Bundesligaspiel derzeit mit einem Frustbier. Je nach Ausgang des Spiels gegen den FC Bayern am Samstag um 15:30 Uhr könnte ein weiteres hinzukommen. Der Abstiegskampf ist schlichtweg frustrierend.
Diese Frustration ist auch bei den Spielern spürbar. Nach dem Schlusspfiff sind Verärgerung und Unsicherheit in der Luft, die Serie ohne Sieg und die ständigen Rückstände nagen am Selbstvertrauen der Fohlen-Elf. Dies führt dazu, dass die Profis in der Mixed Zone nur ungern den Fragen der Reporter nachkommen.
„Wenn du als Borussia Mönchengladbach auf Platz 18 stehst, neigt man dazu, pessimistisch zu sein. Wir haben jedoch eine Mischung aus Lockerheit und Fokussierung“, beschreibt Sportchef Rouven Schröder seinen Eindruck am Donnerstag. „Die Gespräche sind trotz des Tabellenplatzes positiv, genau das brauchen wir.“
Ähnliche Signale kommen auch von der Mannschaft. Mittelfeldspieler Jens Castrop betont im Interview mit der Rheinischen Post: „Wenn ich mir den Kader im Training anschaue, gehören wir nicht in diese Tabellenregion.“ Außerdem läuft die Mannschaft „nicht mit gesenkten Köpfen in der Kabine herum“, denn einige Spieler haben „ähnliche Situationen in ihrer Karriere durchlebt – ich selbst hatte das in Nürnberg.“
Im Fan-Umfeld sorgt die positive Ausstrahlung trotz der schwachen Platzierung für Verwunderung. Nehmen die Spieler die Situation nicht ernst? Überschätzen sie ihre eigene Qualität? Müssten da nicht eigentlich purer Ärger und Wut herrschen? Diese Fragen werden untereinander diskutiert, insbesondere nachdem Gegentore so leicht fallen wie beim 1:3 gegen Union Berlin.
Es handelt sich jedoch um eine Bewältigungsstrategie. „Es geht darum, die Spannung zu erhöhen und den Kopf freizubekommen, auch wenn die Situation an uns und unserer Leistung zehrt“, erklärt Castrop. Es ist wichtig, die Überzeugung in die eigene Qualität zu bewahren und sich vom Saisonverlauf zu lösen. Andernfalls wird es für die Spieler noch schwieriger, aus dem Negativstrudel herauszukommen.
Vielleicht sendete Schröder auch deshalb auf seiner Antrittspressekonferenz viele positive Botschaften. Die Mannschaft sollte mit Selbstvertrauen und erhobenem Haupt auftreten, schließlich ist Borussia Mönchengladbach ein Klub mit großer Tradition – das klingt nicht nach Abstiegskampf.
Es wäre nicht gerecht, unter der Woche ständig auf die Spieler einzuhauen. Fehler werden angesprochen, Lösungen aufgezeigt und den Spielern Mut zugesprochen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Qualität und den Charakter haben, um da unten herauszukommen“, sagt Rocco Reitz in der Bild-Zeitung.
Der Platz im Tabellenkeller löst „ein richtiges Scheißgefühl“ bei den Spielern aus und ist „ein Stempel für uns alle“. Die Mannschaft muss sich bewusst werden, „dass es in den letzten Wochen einfach zu wenig war“. Dennoch betont Reitz: „Nach dem Spiel gegen die Bayern kommen Partien, die wir definitiv gewinnen müssen – und auch werden.“ Denn irgendwie muss es ja weitergehen – Platz 18 hin oder her.