Borussia Mönchengladbachs Saisonstart in der Krise
Nach der Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt äußerte ein Spieler der Fohlen-Elf deutliche Kritik.
Mönchengladbach – Der Saisonstart von Borussia Mönchengladbach hätte sich niemand so vorgestellt: Seit zwölf Bundesligaspielen sind sie sieglos und stehen mit nur zwei Punkten und einem Torverhältnis von 5:12 auf dem letzten Platz. Die Heimpremiere von Eugen Polanski entwickelte sich fast zu einem Fiasko, als die Fohlen nach einem zwischenzeitlichen 0:6-Rückstand eine 4:6-Niederlage hinnehmen mussten.
Für den desolaten Auftritt in der ersten Halbzeit, in der Torhüter Moritz Nicolas fünf Gegentore kassierte, gab es keine Erklärung. In der Defensive und Offensive lief nichts zusammen, während Eintracht Frankfurt die gebotenen Räume und Torchancen gnadenlos nutzte. Der Klassenunterschied war deutlich und erinnerte an die Auftritte des FC Schalke 04 in der Abstiegssaison 2020/21.
Während die Kritik an Sport-Geschäftsführer Roland Virkus unter den Fans lauter wird, übte Rechtsverteidiger Joe Scally in einem Interview mit bundesliga.com nach dem Spiel deutliche Kritik an seinen Mannschaftskollegen. „Ich denke, wir haben zu viele Egos in unserem Team“, sagte Scally.
„Wir machen unseren Job nicht, weil wir denken, wir könnten mehr, als wir tatsächlich tun – und das muss aufhören“, forderte der US-Amerikaner eine andere Einstellung von der Fohlen-Elf: „Wir müssen als Team spielen.“ Dieser Vorwurf richtete sich nicht gegen Polanski, den er als „sehr guten Trainer“ bezeichnete, der „die richtigen Dinge“ einfordere.
Scally sieht vielmehr einen Schlendrian innerhalb der Mannschaft, die den Ernst der Lage nicht erkennt. „Wir stehen auf dem letzten Tabellenplatz, wir müssen unsere Einstellung ändern. Es liegt an uns, dass Spieler denken, wir müssten die Extraarbeit nicht leisten. Wir sind kein Team wie Bayern München, das ein paar Gegentore kassieren kann und am Ende trotzdem gewinnt. Das ist das Hauptproblem.“
Obwohl erst fünf Spieltage gespielt wurden und die Situation noch nicht hoffnungslos ist, betonte Scally: „Wir haben gute Spiele gemacht, aber am Ende kassieren wir sechs Tore gegen Frankfurt und vier gegen Bremen, also zehn in zwei Heimspielen. Das ist nicht gut genug.“
In der vergangenen Saison, als Gladbach zwischenzeitlich an den Europapokalplätzen schnupperte, wurden der Zusammenhalt in der Kabine und die Solidarität auf dem Platz positiv hervorgehoben. Davon ist im September 2025 offenbar wenig übrig geblieben, stattdessen ist in Gladbach eine gefährliche Mischung vorzufinden.
Die Ausfälle wichtiger Spieler treffen den ohnehin stark beanspruchten Kader hart, während das Umfeld zunehmend unruhig wird. In der sportlichen Führungsriege fehlt eine klare Linie, und die einstige Harmonie in der Kabine scheint verloren zu gehen. Ohne tiefgreifende Veränderungen und starke Führungsspieler droht Borussia Mönchengladbach eine ungemütliche Saison, in der es um nicht weniger als den Klassenerhalt geht.