Bundesliga-Duell: Dortmund gegen Leverkusen im Fokus
Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen stehen vor einem Doppelpack in der Bundesliga und im DFB-Pokal. Ein Experte schätzt die Werkself derzeit als stärker ein.
Dortmund – BVB-Trainer Niko Kovač würde nach Leverkusen gerne zurückkehren, nicht nur wegen seiner dreijährigen Spielerfahrung in den 1990ern mit dem Bayer-Kreuz. Im Mai sicherte sich Dortmund durch eine herausragende Leistung von Gregor Kobel einen schmeichelhaften 4:2-Sieg, der einen entscheidenden Schritt in Richtung eines positiven Saisonabschlusses darstellte.
Dank des direkten Duells zwischen Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg am 34. Spieltag hatte der BVB sein Schicksal selbst in der Hand und sprang mit einem 3:0-Sieg gegen den Absteiger Kiel auf den vierten Platz, was die Champions-League-Qualifikation auf den letzten Drücker sicherte. Seither hat sich bei Leverkusen viel verändert: Sieben Spieler der Startelf aus dem letzten Aufeinandertreffen sind gegangen, ebenso Trainer Xabi Alonso.
Obwohl auch dessen Nachfolger Erik ten Hag bereits wieder entlassen wurde, steht Leverkusen vor dem Topspiel am Samstagabend (18:30 Uhr) in der Bundesliga einen Punkt und einen Platz vor dem BVB. In der vergangenen Woche konnten beide Mannschaften Selbstvertrauen tanken: Dortmund besiegte Villarreal zu Hause mit 4:0, während Bayer Manchester City auswärts mit 2:0 überraschte.
Leverkusens Sieg beeindruckte Heiko Herrlich mehr als der Erfolg des BVB. „Erst nach dem Elfmeter zum 2:0 und der Roten Karte für die Spanier, die vor der Pause gefährlicher waren, war es eine klare Sache und am Ende ein gerechtes Ergebnis für den BVB, der sich wie so oft offensiv schwergetan hat“, erklärte der ehemalige Profi beider Klubs in einem Beitrag für das Fachmagazin kicker.
„Mit der Tabellensituation in der Champions League und der Bundesliga kann Dortmund mehr als zufrieden sein. Der BVB bewegt sich am Limit und könnte sich nicht beschweren, wenn er weniger Punkte hätte“, fügte Herrlich hinzu. Ob diese Einschätzung in Dortmund Zustimmung findet, bleibt abzuwarten.
Immerhin hat der BVB in dieser Saison durch Gegentreffer in der Nachspielzeit Punkte verschenkt, unter anderem gegen St. Pauli, Juventus, den Hamburger SV und den VfB Stuttgart. Vor diesem Hintergrund lässt sich die These, Dortmund habe das Maximum herausgeholt, nicht zwangsläufig aufstellen, auch wenn die Schwarzgelben spielerisch noch viel Potenzial nach oben zeigen.
Die Entwicklung von Leverkusen bewertet Herrlich jedoch optimistischer, insbesondere nach einem Spiel, das „neue Kräfte freisetzen“ kann. „Ein Sieg in Manchester, auch wenn Pep Guardiola viel rotiert hat, ist eine Hausnummer und kann der Mannschaft einen Schub geben“, so Herrlich.
Der 2:0-Sieg war der vierte Pflichtspielsieg in Folge, und das Team unter Kasper Hjulmand hat trotz einiger Verletzungssorgen nur gegen die Topteams PSG und FC Bayern deutlich verloren. „Bei den absoluten Top-Teams kann Bayer noch nicht mithalten. Allerdings sehe ich bei den Spielern mehr Potenzial als in Dortmund, dass sich die Mannschaft in diese Richtung entwickelt“, so Herrlich weiter.
Der 53-Jährige zeigt sich beeindruckt von der Arbeit Hjulmands. Herrlich war selbst von Sommer 2017 bis Winter 2018 Cheftrainer der Werkself und musste kurz vor Heiligabend trotz einer Serie von vier Siegen aus den letzten fünf Spielen Platz für Peter Bosz machen. Leverkusen und der BVB treffen sich nur drei Tage nach dem Bundesliga-Duell im DFB-Pokal erneut – diesmal in Dortmund.