Bundesliga-Star Jens Castrop und die Militärdienstpflicht in Südkorea
In Südkorea gelten strenge Vorschriften bezüglich des Militärdienstes, und Ausnahmen sind äußerst selten. Dies betrifft nun auch einen Star der Bundesliga.
Mönchengladbach – Muss Borussia Mönchengladbach bald auf einen Neuzugang verzichten? Jens Castrop sieht sich in Südkorea mit der Verpflichtung zum Militärdienst konfrontiert. Castrop? Militär? Südkorea? Tatsächlich ist dies der Fall, denn der 22-Jährige hat kürzlich den Verband gewechselt. Seine Mutter ist Südkoreanerin, und im September feierte Castrop sein Debüt in der Nationalmannschaft.
Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Mittelfeldspieler in diesem Zusammenhang auch seinen Militärdienst antreten muss. Jeder wehrfähige Mann in Südkorea ist verpflichtet, zwischen 18 und 21 Monaten Dienst zu leisten, in der Regel bevor er das 28. Lebensjahr vollendet. Der Pflichtdienst kann entweder bei den Streitkräften oder im zivilen Staatsdienst abgeleistet werden.
„Ich stehe im Austausch mit meinem Management darüber. Aber ich freue mich jetzt erst einmal, Nationalspieler zu sein. Den Rest werden wir Schritt für Schritt klären“, erklärte Castrop gegenüber der Bild. Ausnahmen werden in der Regel nicht gerne gesehen, insbesondere wenn es sich um wohlhabende oder berühmte Männer handelt.
Es gibt jedoch spezielle Regelungen, die beispielsweise bei sportlichen Erfolgen Anwendung finden. Ein bekanntes Beispiel aus der Bundesliga ist Minjae Kim, der eine Sondergenehmigung für einen verkürzten Wehrdienst erhielt. Im Sommer 2023, vor seinem Wechsel zum FC Bayern, hatte er bereits drei Wochen seines Wehrdienstes abgeleistet.
„Für meinen körperlichen Zustand war die militärische Grundausbildung mehr oder weniger nutzlos, ich war danach in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung“, bemerkte er später. Tatsächlich verlief seine Anfangszeit beim FC Bayern holprig. Weitere 100 Stunden Wehrdienst konnte er dann jedoch in München im Homeoffice ableisten, indem er über Videoanrufe mit Kindern und Jugendlichen aus seiner Heimat über seine Erfahrungen als Profi und Werte wie Disziplin sprach.
Es bleibt abzuwarten, wie Südkorea die Wehrdienstfrage bei Castrop regeln wird. Er hat sein ganzes Leben bisher in Deutschland verbracht. Mit Borussia Mönchengladbach konnte er am vergangenen Wochenende nicht nur das erste Saisontor erzielen, sondern auch einen wichtigen Punkt beim 1:1 in Leverkusen sichern.