BVB enttäuscht nach 4:4 gegen Juventus in der Champions League

BVB enttäuscht nach 4:4 gegen Juventus in der Champions League

Der BVB musste sich zum Auftakt der Champions League mit einem enttäuschenden Unentschieden gegen Juventus begnügen. Torwart Gregor Kobel brachte die Gefühle vieler Dortmunder nach dem dramatischen 4:4 auf den Punkt: „Ich bin angepisst nach dem Spiel, ganz klar.“

Die Dortmunder führten dreimal in der Partie, doch das Verspielen dieser Vorteile, insbesondere in der Nachspielzeit gegen einen starken Gegner wie Juventus, war schmerzhaft. Die Enttäuschung war den Spielern nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben. Zwei Gegentore in den letzten vier Minuten der Nachspielzeit sind für ein Team, das bereits viele bittere Erfahrungen gemacht hat, ein besonders harter Schlag. Nach dem Spielverlauf fühlte sich der Punkt wie eine Niederlage an, auch wenn ein Remis in Turin an sich respektabel wäre.

Trainer Niko Kovač analysierte die entscheidenden Szenen bei Amazon Prime Video und sagte: „Da darf der Ball nicht mehr im Spiel sein, da müssen wir zur Ecke gehen, Fouls ziehen. Da darf nichts mehr passieren.“ Er machte deutlich, dass es an Cleverness fehlte, um die Zeit herunterzuspielen. „Auf diesem Niveau darf man keine Fehler machen. Hinten ist keine ‚Play-Zone‘.“

Kovač beschrieb die kritischen Momente als fußballerische Todsünde, die sein Team begangen hat. Dušan Vlahović erzielte den Ausgleich, nachdem Ramy Bensebaini einen gravierenden Fehlpass spielte. Lloyd Kelly köpfte den zweiten Treffer, nachdem der BVB in der gegnerischen Hälfte den Ball verlor. Solche Situationen sollten einem Spitzenteam nicht passieren. Kobel forderte: „Wir müssen einfach cooler und abgeklärter das Spiel zu Ende bringen. Da müssen wir erwachsener Fußball spielen.“

Karim Adeyemi, der das 1:0 erzielt hatte, äußerte sich ebenfalls deutlich: „Dieses Spiel müssen wir zu 100 Prozent gewinnen. Wir müssen das nach Hause bringen, ganz einfach.“ Die Art und Weise, wie der BVB die Führung verspielte, offenbarte ein gewisses Mentalitätsproblem, über das in Dortmund ungern gesprochen wird. Aus tabellarischer Sicht ist das 4:4 für die Ambitionen des BVB in der Champions-League-Phase mit insgesamt acht Spielen zunächst verkraftbar.

Allerdings hätte der BVB bei einem so schwierigen Auswärtsspiel in Turin wichtige „Bonuspunkte“ sammeln können. Im Umkehrschluss gewinnen die Heimspiele an Bedeutung, beginnend mit dem Duell gegen den Athletic Club aus Bilbao am 2. Spieltag. Bis dahin stehen noch Bundesliga-Spiele gegen Wolfsburg und in Mainz auf dem Programm.

Kovač möchte, dass sein Team schnell über das späte Drama in Italien hinwegkommt. „Kompliment an die Jungs. Es ist ärgerlich, aber man sieht auch, dass auf der anderen Seite immense Qualität ist. Deswegen müssen wir mit dem Punkt leben.“ Der wahre Wert dieses Punktes wird für den BVB möglicherweise erst Ende Januar, zum Abschluss der Ligaphase der Champions League, deutlich.

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