BVB erzielt vier Tore in Kopenhagen - Fábio Silva feiert Debüt-Treffer
Der BVB bleibt in der Champions League äußerst effizient. Gegen Kopenhagen erzielte Dortmund erneut vier Tore, darunter auch ein Debüt-Treffer.
Kopenhagen – Die Torflaute von Serhou Guirassy bei Borussia Dortmund setzt sich fort. Der Guineer hat seit Mitte September nur einen Treffer erzielt, als er beim 4:1-Sieg gegen den Athletic Club einen Schuss von Marcel Sabitzer entscheidend abfälschte. Glücklicherweise stehen immer wieder andere Spieler bereit, um in die Bresche zu springen. Am Dienstag erzielte Dortmund gegen den FC Kopenhagen erneut vier Tore in der Königsklasse.
Ein Doppelpack von Felix Nmecha, der einen souverän verwandelten Strafstoß von Ramy Bensebaini verwertete, brachte den BVB früh auf die Siegerstraße. In der Schlussphase gab es jedoch einen weiteren bedeutenden Moment: Fábio Silva erzielte mit einer sehenswerten Direktabnahme seinen ersten Pflichtspieltreffer für den BVB.
Der Portugiese kam zum fünften Mal in Folge als Joker zum Einsatz und stand mit 27 Minuten erstmals länger auf dem Platz. Silva nutzte seine Zeit effektiv, brachte viel Energie und Entschlossenheit ein. Sein Treffer fiel, weil er in einer Situation nach einer hohen Flanke im Strafraum der Dänen hellwach war und technisch anspruchsvoll abschloss.
Für Silva war es nicht nur der erste Torerfolg für seinen neuen Verein, sondern auch ein Abschluss einer längeren Leidenszeit. Aufgrund einer Adduktorenverletzung hatte der Nationalspieler die ersten Spiele beim BVB verpasst und auch in der Vorsaison bei seinem Leihverein UD Las Palmas die letzten Spiele verpasst.
Silva verpasste den Verein von der Urlaubsinsel Gran Canaria in den letzten sechs Saisonspielen, die allesamt verloren gingen. Er musste mit ansehen, wie seine Teamkollegen den Abstieg aus La Liga nicht verhindern konnten. Sein letztes Tor datiert vom 12. April, als er beim 3:1-Sieg gegen den FC Getafe sogar einen Doppelpack erzielte. Über sechs Monate später ist die Wartezeit nun endlich vorbei.
Der nächste Schritt wird nicht lange auf sich warten lassen: Die erste Nominierung in der Startelf steht bevor. „Fábio kommt immer mehr und ich versuche, ihm immer mehr Minuten zu geben, weil er sie sich verdient hat“, erklärte BVB-Trainer Niko Kovač in der Pressekonferenz nach dem Sieg in Kopenhagen.
Kovač lobte Silva als „sehr fleißig im Training, sauber in seinen Ausführungen und mannschaftsdienlich“. Zudem sei er ein netter Kerl, der seine Kollegen unterstützt, auch wenn er nicht spielt. „Ich bin mit seiner Entwicklung sehr zufrieden und hoffe, dass er früher oder später mehr Minuten bekommt“, fügte Kovač hinzu.
Silva könnte jedoch zunächst vom Druck profitieren, den gute Leistungen mit sich bringen. „Wenn er so reinkommt, bin ich auch sehr zufrieden“, sagte Kovač über Silvas Qualitäten als Joker. Es ist dem Trainer wichtig, dass er von der Bank aus nachlegen kann. Die Leistungsdichte im Kader ist beim BVB so hoch wie selten zuvor.
„Wenn jeder weiß, dass Druck von der Bank kommt, dann ist jeder gefordert, um zu performen“, betonte Kovač. Für Silva bedeutet das, dass Geduld gefragt ist. Immerhin hat der 23-Jährige nach der Conference League (für Anderlecht) und der Europa League (Eindhoven) nun auch in der Champions League getroffen.
Nachdem viele BVB-Fans bei der Verpflichtung von Silva für über 20 Millionen Euro skeptisch waren – insbesondere als bekannt wurde, dass der Angreifer zunächst verletzungsbedingt ausfallen würde und Dortmund darüber nicht vollständig informiert war – dürfte sein sehenswerter Treffer die ersten Zweifler überzeugt haben.