BVB gegen Manchester City: Comeback von Emre Can als Lichtblick

BVB gegen Manchester City: Comeback von Emre Can als Lichtblick

Der BVB musste bei Manchester City eine klare Niederlage hinnehmen, wobei das Comeback von Emre Can den einzigen positiven Aspekt darstellte.

Dortmund/Manchester – Niko Kovač, der Trainer des BVB, zeigt sich in der Kommunikation mit den Journalisten, die das Team begleiten, offen und freundlich. Im Vergleich zu seinem vorherigen Engagement in Wolfsburg, wo er auf eine harte Art scheiterte, ist in Dortmund kaum etwas von diesem „harten Hund“ zu spüren. Gelegentlich greift Kovač jedoch auf das Stilmittel des Flunkerns zurück.

Vor dem DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt erklärte Kovač, dass Emre Can und Julien Duranville erst nach der Länderspielpause wieder für Einsätze in Betracht kämen. Tatsächlich feierte Duranville jedoch bereits am Wochenende sein Comeback in der U23 des BVB, während Can am Mittwoch gegen Manchester City sein Saisondebüt gab. Um den beiden Spielern keinen öffentlichen Druck aufzubürden, wählte der Trainer eine ungenaue Formulierung.

Nur wenige Minuten nach seinem Comeback zeigte sich Can als der aggressive Anführer des BVB, als er sich nach einem Zweikampf mit Erling Haaland in ein verbales Gefecht verwickelte. Es ist typisch für Can, nach 173 Tagen Verletzungspause sofort wieder auf Betriebstemperatur zu sein. Die lange Leidenszeit war nicht vorgesehen; ursprünglich war nur ein kurzfristiger Ausfall für die Klub-WM in den USA erwartet worden.

Schließlich zogen sich die ungenau definierten Adduktorenbeschwerden jedoch über mehrere Monate hin. Can bezahlte den Preis für seine Leidenschaft: Bereits im Saisonendspurt quälte sich der Kapitän für das Team, das erst am 34. Spieltag das minimale Ziel der Champions-League-Qualifikation erreichte.

In der Champions League musste der BVB gegen Manchester City jedoch seine Grenzen erkennen. Cans Rückkehr war der einzige positive Aspekt des Spiels. „Emre hat gut gespielt. Er hatte viel Energie, war in viele Zweikämpfe involviert und versuchte, das Spiel anzukurbeln“, lobte Sportdirektor Sebastian Kehl den 31-Jährigen nach der Partie.

Can war Teil eines Vierfachwechsels von Kovač in der Schlussphase. „Die Spieler, die eingewechselt wurden, haben einen guten Impuls gegeben. Wir haben es geschafft, den Gegner etwas unter Druck zu setzen“, stellte der Kroate fest. Obwohl Can beim vierten Gegentor durch eine unglückliche Abfälschung von Rayan Cherkis Schuss beteiligt war, trübte dies kaum die Freude über sein Comeback.

Kehl äußerte zwar seinen Unmut über den späten Treffer: „Wir wissen, dass in dieser Tabellensituation das Torverhältnis entscheidend sein kann.“ Dennoch überstrahlt die Bedeutung von Cans Rückkehr für die kommenden Wochen dieses Manko. Seine Rückkehr kann dem Team in vielerlei Hinsicht zugutekommen.

Einerseits ist er ein emotionaler Leader, der trotz vielfacher Kritik durch Fans und Außenstehende in der Mannschaft voll akzeptiert ist. Nach seiner Einwechslung reichte Nico Schlotterbeck die Kapitänsbinde sofort an Can weiter. „Einfach ein unfassbar guter Junge, menschlich und sportlich“, sagte Schlotterbeck über seinen Teamkollegen nach dem Spiel.

Ein wichtiges sportliches Attribut, das Can im Vergleich zu anderen Abwehrspielern mitbringt, ist seine Geschwindigkeit. Der 48-fache Nationalspieler wurde in der Bundesliga mit über 35 Kilometern pro Stunde gemessen. Wenn der BVB hoch verteidigt, kann diese Geschwindigkeit besonders wichtig sein.

Waldemar Anton erreicht in dieser Saison 32,8 km/h, Ramy Bensebaini und Backup Aaron Anselmino 33,1 km/h, Schlotterbeck 33,2 km/h. Niklas Süle ist mit 30,2 km/h der langsamste Innenverteidiger des BVB. In der Rangordnung könnte Can schnell vor Süle und Anselmino landen. Die Frage bleibt, ob er Bensebaini aus der Startelf verdrängen kann.

Trotz eines schwachen Abends gegen Manchester City hat sich der Algerier Bensebaini in Kovačs Gunst deutlich verbessert. Er wird sicher nicht plötzlich zum Bankdrücker, könnte jedoch wieder häufiger auf seiner früheren Position auf der linken Seite zum Einsatz kommen. Dort war Daniel Svensson zuletzt allein auf weiter Flur, was ihm deutlich anzumerken war. Mit mehr Pausen könnte er wieder zu seiner Bestform finden.

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