BVB: Heimspiele und Regeneration bis zur Winterpause im Fokus
Der Borussia Dortmund (BVB) muss bis zur Winterpause vom Spielplan profitieren, da die Mannschaft von Niko Kovač in der kommenden Zeit fast ausschließlich Heimspiele bestreiten wird. Diese Situation unterstützt die Regeneration der Spieler.
In Dortmund ist der letzte Eindruck entscheidend, sowohl im Fußball als auch in anderen Bereichen. Die Stimmung rund um den BVB wurde durch das jüngste Spiel vor der Länderspielpause getrübt, als die Mannschaft beim Hamburger SV in der Nachspielzeit einen wichtigen Sieg aus der Hand gab. Statt wertvoller Punkte, insbesondere angesichts der gleichzeitigen Punktverluste von Bayern München und RB Leipzig, gab es für Dortmund nur lange Gesichter.
Nach zehn Spieltagen in der Bundesliga zeigt die Zwischenbilanz mit 21 Punkten und dem dritten Platz ein solides Bild, das den Erwartungen entspricht. Dennoch mehren sich die kritischen Stimmen, die bereits vor dem späten Rückschlag in Hamburg laut wurden. Fans, Experten und einige BVB-Spieler äußern Bedenken über den eher bescheidenen Ergebnisfußball. Trainer Niko Kovač selbst sprach in diesem Zusammenhang von der Diskussion um die Qualität der Leistung.
Wer den BVB lobt, hebt derzeit das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag hervor. Mit nur 16 erzielten Toren belegt die Mannschaft Platz acht in der Bundesliga, was auch die Torschuss-Statistik und das xGoals-Ranking betrifft, das die Qualität der Chancen berücksichtigt. In den letzten fünf Ligaspielen erzielte der BVB jeweils nur ein Tor, was die längste Serie dieser Art seit 2009 darstellt.
Die kritische Perspektive bemängelt, dass der BVB zu wenige Chancen herausspielt und sich zu sehr auf Sicherheit konzentriert. Immer wieder ärgern sich die Fans über die geringe Anzahl offensiver Spieler, die Kovač auf das Feld schickt, sowie über die häufig defensiven Wechsel während der Spiele.
In der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart betonte Kovač, dass der BVB während der Länderspielpause selbstkritisch analysiert habe, warum die Leistungen in den letzten Wochen eher schwach waren. Er verwies jedoch auch auf mildernde Umstände, die nicht ignoriert werden können.
„Wenn ich die vielen Reisen und die zahlreichen Auswärtsspiele anspreche, mag das als Alibi interpretiert werden, aber es ist eine Tatsache. Viel Reisen ist eine ganz andere Belastung als weniger Reisen“, erklärte der 54-Jährige. Der Spielplan sah für den BVB zwischen den Abstellungsperioden im Oktober und November sechs Auswärtsspiele und nur ein Heimspiel vor.
Im Gegensatz dazu stehen nun in den nächsten vier Wochen bis zur Winterpause sechs Heimspiele und nur zwei Auswärtsfahrten an, von denen nur die Reise nach Freiburg Mitte Dezember mit echten Reisestress verbunden sein wird. Das andere Auswärtsspiel findet in Leverkusen statt, wobei die Busfahrt weniger als 90 Minuten dauert.
Vor diesem Hintergrund steigen die Erwartungen an den BVB. Um im Duktus von Kovač zu bleiben, rückt die B-Note in den Fokus. Das zuvor genannte Alibi entfällt, und wo in der Vergangenheit Strapazen herrschten, können sich die Spieler nun fast schon gemütlich einrichten. „Wir liegen in unseren Betten“, formulierte es Kovač.
„Wir haben nicht allzu viele Spiele um 15:30 Uhr, was bedeutet, dass wir kaum Übernachtungen im Hotel haben werden. Es ist wichtig, dass die Jungs zu Hause schlafen“, betonte er. Die eigene Matratze als Erfolgsfaktor für Borussia Dortmund klingt auf den ersten Blick kurios, doch die Bedeutung der Erholung in den kommenden Wochen ist offensichtlich.
Ob sich die Spieler dabei an Erling Haaland orientieren, ist nicht bekannt. Der ehemalige BVB-Torjäger hatte in der Vergangenheit interessante Methoden zur Verbesserung des Schlafs und der Regeneration vorgestellt. Bevor er sich schlafen legt, trägt Haaland eine spezielle Brille, die Blaulicht filtert, und klebt sich ein atmungsaktives Pflaster über den Mund.
Kovač ging jedoch nicht ins Detail. Was die Spieler in ihren eigenen vier Wänden und unter ihrer Bettdecke tun, bleibt ihnen überlassen. Ein erholsamer Schlaf ist nur ein Faktor, der zum Erfolg in den kommenden Wochen beitragen soll. Weitaus greifbarer sind die zahlreichen Heimspiele selbst.
„Was ich als Spieler, als gegnerischer Trainer und jetzt als BVB-Trainer weiß: Das Stadion hier in Dortmund mit diesen großartigen Fans ist ein erheblicher Faktor“, sagte Kovač. „Das ist für uns wichtig, hat aber auch eine Bedeutung für den Gegner. Man kommt nicht ins Westfalenstadion und denkt, es wird alles einfach.“