BVB-Rookie Jobe Bellingham überzeugt nach kritischen Stimmen
Niko Kovač weiß, wie er mit seinen BVB-Profis umzugehen hat. Ein zuletzt viel kritisierter Star erhielt nun einen Vertrauensbeweis und stellte sein Können unter Beweis.
Dortmund – Die Personalie Jobe Bellingham sorgt beim BVB immer wieder für Diskussionen. Der im Sommer für 30 Millionen Euro verpflichtete Spieler hat keinen idealen Start hingelegt und sieht sich, allein aufgrund seines Nachnamens, hohen Erwartungen gegenüber. Nachdem ausgerechnet sein Vater für negative Schlagzeilen sorgte, richten sich umso mehr Blicke auf den 20-jährigen Engländer.
Die Kritik an Bellingham nach seiner unglücklich gescheiterten Rettungsaktion beim Bundesliga-„Klassiker“ gegen den FC Bayern, als er Michael Olise zum 2:0 für den Rekordmeister anschoss, war heftig. Englische Medien bezeichneten dies als „Horror-Fehler“. Intern beim BVB wird Bellingham jedoch keinerlei Schuld gegeben. Kovač setzte nun ein klares Zeichen.
„Man muss dem Jungen Zeit geben, aber auch das Signal senden, dass man auf ihn baut“, forderte Experte Mario Basler im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. Dieses Signal gab es von Kovač, der Bellingham beim FC Kopenhagen in die Startelf berief und ihm erstmals über 90 Minuten Spielzeit gab.
Der Jungstar rechtfertigte das Vertrauen mit seiner bisher besten Leistung für den BVB. „Ich habe ihm gesagt, du spielst heute, weil du das kannst und weil ich das vollste Vertrauen in dich habe“, erklärte Kovač bei DAZN vor dem Anpfiff. Nach dem Spiel lobte er Bellingham besonders.
Der Neuzugang bereitete nicht nur zwei Tore vor, sondern erledigte auch die „Drecksarbeit“ im Mittelfeld des BVB neben Doppeltorschütze Felix Nmecha zur vollsten Zufriedenheit der Verantwortlichen. „Er ist gut ins Spiel gekommen, hat viele zweite Bälle gewonnen und gute Energie gezeigt“, lobte Sportdirektor Sebastian Kehl.
Nachdem viel Kritik auf Bellingham eingeprasselt war, hat der Engländer in Kopenhagen seinen wichtigen Charaktertest bestanden. Damit dürfte auch das Trainerteam um Kovač bei der Familie Bellingham punkten. Der Chefcoach ist erfahren genug, um seinen Spielern gerade in schwierigen Zeiten Halt zu geben.
„Es braucht manchmal ein bisschen Zeit. Das Problem ist sein großer Bruder, der hat sofort funktioniert und eine absolute Duftmarke hinterlassen. Er ist scheinbar noch nicht ganz so weit, aber er ist bei Niko Kovač super aufgehoben“, erklärte Markus Babbel zuvor gegenüber Absolut Fussball. Bellingham sei grundsätzlich „zu gut, um nicht zu performen“. In Kopenhagen lieferte er einen starken Beweis.