Christoph Kramer und die Zukunft bei Borussia Mönchengladbach
Friedhelm Funkel hat Christoph Kramer ins Gespräch gebracht, um eine mögliche Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach zu diskutieren. Könnte der Weltmeister den Umbruch bei den Fohlen einleiten?
Mönchengladbach – Seit einer Woche führen Dr. Stefan Stegemann, Markus Aretz und Steffen Korell Gespräche über die Nachfolge von Roland Virkus. Borussia Mönchengladbach ist dringend auf der Suche nach einem neuen Sportchef, der sich den zahlreichen Herausforderungen annehmen kann. In einem Interview mit Welt TV erwähnte Friedhelm Funkel den ehemaligen Gladbacher Christoph Kramer.
„Er ist ein Fußballer durch und durch, hat viele Jahre in Gladbach gespielt. Er ist sehr intelligent und verfügt über viel Fußballwissen“, sagte Funkel über Kramer und fügte hinzu: „Ich hatte eigentlich erwartet, dass er zu Saisonbeginn irgendwo im Schatten von Virkus aufgebaut wird, um zu lernen, da er im Gladbacher Umfeld sehr geschätzt wird.“
Für die Fans wäre eine Rückkehr von Kramer nach Gladbach ebenso wünschenswert wie die Verpflichtung von Ex-Kapitän Martin Stranzl. Beide ehemaligen Profis haben aufgrund ihrer Verdienste am Niederrhein einen hohen Stellenwert. Stranzl gilt schon seit geraumer Zeit als Wunschkandidat für eine Managementposition im Verein.
So romantisch die Idee auch sein mag, es wäre naiv, Kramer in der aktuellen Situation sportliche Verantwortung zu übertragen. Borussia benötigt einen erfahrenen Sportchef, der bereits an vorherigen Stationen erfolgreich gearbeitet hat, eine klare Vision entwickelt und nachhaltig wirtschaftet.
Auch eine Rolle als Sportdirektor unter einem Sport-Geschäftsführer erscheint unpassend. Laut der Rheinischen Post hat Kramer erst vor wenigen Wochen den Lehrgang „Management im Profifußball“ begonnen. Höchstens eine untergeordnete Rolle, in der er von der sportlichen Leitung lernen kann, ohne selbst Verantwortung zu tragen, wäre denkbar.
Kramer machte gegenüber der Bild-Zeitung deutlich, dass er nicht mit einem Anruf von Borussia rechnet. „Ich bin viel mit dem Fahrrad um den Borussia-Park gefahren, aber mich hat niemand angesprochen“, sagte er in Anspielung auf die Aussage von Berti Vogts, nachdem Max Eberl 2008 zum Sportdirektor ernannt wurde: „Der ist zufällig mit dem Fahrrad da vorbeigefahren.“
Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass Kramer eines Tages nach Gladbach zurückkehren wird. Der Weltmeister von 2014 hat nach wie vor eine emotionale Bindung zum Klub und hat sich während seiner aktiven Zeit als charismatischer Kommunikator bewährt. Allerdings ist dies ein Gedankenspiel, das in naher Zukunft wohl nicht eintreffen wird.