Borussia Mönchengladbach trennt sich von Roland Virkus

Borussia Mönchengladbach trennt sich von Roland Virkus

Borussia Mönchengladbach hat sich nach der Trennung von Trainer Gerardo Seoane auch von Sport-Geschäftsführer Roland Virkus getrennt. Florian Bajus kommentiert, dass nun weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Mönchengladbach – Der schwache Saisonstart hat Konsequenzen für Borussia Mönchengladbach. Nach nur drei Spieltagen musste Trainer Gerardo Seoane seinen Posten räumen, und nach fünf Spieltagen endet nun auch die Amtszeit von Sport-Geschäftsführer Roland Virkus. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Herausforderung, nicht nur einen geeigneten Nachfolger zu finden, sondern auch weitere Veränderungen vorzunehmen.

Rechtsverteidiger Joe Scally und Virkus selbst haben kürzlich betont, dass noch genügend Spiele ausstehen, um die Wende herbeizuführen und den drohenden Abstiegskampf zu vermeiden. Dennoch muss Borussia schnellstmöglich wieder in ruhige Fahrwasser gelangen, um die gegenwärtige Situation nicht weiter zu verschärfen.

Ein zentraler Punkt ist die Frage, ob Eugen Polanski weiterhin im Amt bleibt oder zur U23-Mannschaft zurückkehrt. Für den 39-Jährigen stellt die erste Position im Profibereich eine große Herausforderung dar, da er zahlreiche neue Aspekte erlernen muss und gleich zu Beginn eine Krisensituation übernommen hat. Sollte er nicht die nötige Unterstützung bieten, wird Gladbach einen erfahrenen Trainer benötigen, der Stabilität ins Team bringt und den Druck von den Spielern nimmt.

Genauso wird für die Nachfolge von Virkus ein Krisenmanager gesucht. Es ist notwendig, einen Sportchef zu finden, der im Umgang mit begrenzten finanziellen Mitteln erfahren ist und eine klare fußballerische Identität mitbringt, um den Kader entsprechend auszurichten. Jemand, der möglicherweise im Winter die bestehende Unausgewogenheit beheben kann und sich bewusst ist, dass Gladbach zwar über viel Potenzial verfügt, jedoch nicht mehr der Europapokal-Kandidat der 2010er Jahre ist.

Doch damit ist es nicht getan. Es muss auch hinterfragt werden, ob das Tandem aus einem Sportchef und Kaderplaner Steffen Korell zeitgemäß ist. Die seit Wochen kursierenden Gerüchte über eine Erweiterung der sportlichen Leitung sind kein Zufall. Gladbach muss sich breiter aufstellen, um den Herausforderungen des modernen Fußballs gerecht zu werden.

Ein Umbruch in der Scouting-Abteilung ist ebenfalls erforderlich. Mit dem Amtsantritt von Virkus im Februar 2022 wurden die Strukturen seines Vorgängers Max Eberl übernommen, der gegen Ende seiner Amtszeit immer weniger Erfolge vorzuweisen hatte. So wie die Strukturen innerhalb der Mannschaft stagnieren können, kann dies auch hinter den Kulissen geschehen.

Darüber hinaus benötigt die Führungsriege von Borussia Mönchengladbach mehr fußballerische Fachkompetenz. Derzeit bringen nur Rainer Bonhof und Uwe Kamps diese mit. Die Verbundenheit zur Borussia sollte in diesem Zusammenhang nur eine untergeordnete Rolle spielen, denn das Modell eines „Familienklubs“ ist spätestens mit dem Ende der Ära von Roland Virkus gescheitert.

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