Deniz Undav: Ein Unkonventioneller Mittelstürmer im DFB-Team
Ist Deniz Undav ein „richtiger“ Mittelstürmer? Diese Frage lässt sich diskutieren, jedoch nicht die Tatsache seiner Torgefährlichkeit und die gegenwärtigen Herausforderungen im DFB-Team.
Stuttgart – In letzter Zeit wurde beim VfB Stuttgart intensiv darüber debattiert, ob Deniz Undav als „klassischer“ Mittelstürmer angesehen werden kann. Diese Diskussion ärgerte den Offensivspieler, und auch sein Trainer, Sebastian Hoeneß, vertritt eine andere Meinung: „Deniz ist für mich nicht der klassische Mittelstürmer. Aber er kann diese Rolle spielen, daher ist es eine Frage der Definition.“
Laut Hoeneß sind klassische Mittelstürmer „eher die großen Zielspieler“. Undav hingegen ist ein Spieler, der sich ins Mittelfeld zurückfallen lässt und kreative Impulse ins Spiel bringt. Dies wird durch seine beeindruckende Bilanz von 50 Toren und 27 Vorlagen in 104 Partien für den VfB unterstrichen.
Die Frage, wie Undav am besten eingesetzt werden kann, dürfte auch Bundestrainer Julian Nagelsmann beschäftigen. Mit einer Körpergröße von 1,79 Metern ist Undav nur bedingt als Zielspieler geeignet. Das Problem ist, dass die Stürmer mit einem ähnlichen Profil für die deutsche Nationalmannschaft aktuell nicht die gewünschte Leistung bringen.
Nick Woltemade hat seit Dezember wettbewerbsübergreifend nur drei Tore für Newcastle United erzielt, während Niclas Füllkrug seit seinem Wechsel zur AC Mailand lediglich einmal traf. Im Vergleich dazu hat Undav in diesem Jahr wettbewerbsübergreifend acht Tore erzielt und kommt insgesamt auf 18 Saisontore, davon 14 in der Bundesliga. Mit diesen Ligatreffern ist er derzeit der beste Torschütze, der für die DFB-Auswahl bei der WM in Betracht gezogen werden könnte.
Auf den Plätzen hinter ihm folgen Nadiem Amiri (10 Tore, Mainz 05) und der verletzungsbedingt außer Form geratene Jonathan Burkardt (9 Tore, Eintracht Frankfurt). Sollte Burkardt wieder in Form kommen, wird Nagelsmann möglicherweise auch auf ihn setzen. Allerdings ist auch Burkardt, ähnlich wie Undav, kein klassischer Zielspieler, was bedeutet, dass der Bundestrainer primär ohne diesen Spielertyp planen muss.