DFB erklärt Entscheidung zu Urbig's Handspiel
München – Ein umstrittener Moment beim 3:0-Sieg des FC Bayern gegen Gladbach sorgte für Diskussionen: Torhüter Jonas Urbig berührte den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand, doch Schiedsrichter Sascha Stegemann ließ das Spiel weiterlaufen. Die DFB Schiri GmbH hat nun erklärt, warum der Keeper keine Rote Karte erhielt.
Gerade hatte Gladbachs Jens Castrop nach einem harten Foul an Luis Díaz die Rote Karte gesehen, als die Fans bereits den nächsten Platzverweis forderten – diesmal gegen Bayern-Torhüter Jonas Urbig. Nur Sekunden nach Wiederanpfiff kam der 22-Jährige bei einem Befreiungsschlag der Gastgeber weit aus seinem Strafraum heraus, nahm den Ball zunächst mit dem Oberschenkel an, bevor dieser leicht an seinen Arm sprang.
Die Gladbacher Bank sprang sofort auf, und auch die Spieler um Kapitän Julian Weigl protestierten lautstark. Schiedsrichter Stegemann ließ sich jedoch nicht beirren und entschied nach kurzer Überlegung, das Spiel fortzusetzen. Es gab keinen Pfiff und keine Karte – sehr zum Unmut der Gastgeber. Diese Entscheidung führte zu hitzigen Diskussionen, und viele Fans sowie Experten fragten sich, ob Urbig für das Handspiel außerhalb des Strafraums nicht hätte des Feldes verwiesen werden müssen.
Alex Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, erklärte bei SPORT1, dass das Schiedsrichterteam korrekt entschieden habe: „Urbig hat den Ball zuerst mit dem Oberschenkel angenommen, von dort ist er an den anderen Oberschenkel und an den normal und natürlich geführten Arm gesprungen. Deshalb wurde das Handspiel zu Recht nicht als strafbar bewertet“, so Feuerherdt.
Der DFB-Experte stellte zudem klar, dass ein Handspiel eines Torhüters außerhalb des Strafraums nicht automatisch eine Rote Karte nach sich zieht. Entscheidend sei, ob durch das Handspiel eine klare Torchance verhindert wurde. „Dann hätte man bewerten müssen, ob eine offensichtliche Torchance vorlag oder nur ein aussichtsreicher Angriff. Diese Frage stellte sich im Fall von Jonas Urbig jedoch weder für den Schiedsrichter noch für uns, da das Handspiel nicht strafbar war“, fügte Feuerherdt hinzu.
Die Szene hatte somit keine Folgen – weder für Urbig noch für den Spielverlauf. Der junge Keeper hielt seinen Kasten sauber und war Teil eines souveränen Bayern-Auftritts, der den 13. Sieg im 13. Pflichtspiel der Saison besiegelte. Am kommenden Mittwoch wird Urbig erneut im Tor stehen: Im DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln wird der 22-Jährige das Tor der Münchner hüten, da Kapitän Manuel Neuer nach seiner Roten Karte aus der vergangenen Pokalsaison weiterhin gesperrt ist.