DFB-Torhüter Neuer und Curacao-Keeper Room tauschen Erinnerungen aus
Nach dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM traf DFB-Torhüter Manuel Neuer in Houston mit seinem kurdischen Kollegen Eloy Room zusammen, um sich auszutauschen. Die beiden Torhüter scherzten insbesondere über ein gemeinsames Thema.
Die Spieler von Curacao ließen sich trotz der 1:7-Niederlage gegen Deutschland nicht entmutigen. Für sie zählte vor allem die Tatsache, dass sie ein Tor erzielt hatten. Als WM-Neuling und Außenseiter gegen den viermaligen Weltmeister war das für sie ein großer Erfolg. Eloy Room, der trotz sieben Gegentoren stolz war, sagte: „Ich habe sein Trikot bekommen. Das von Manuel Neuer.“
Room, der 37-jährige Torhüter, war 2015 der erste Spieler, der von den Niederlanden zu Curacao wechselte, und ermutigte andere, ihm zu folgen. „Wir hatten immer den Glauben, dass wir es schaffen“, erklärte er. Das Spiel in Houston war für das Team, das den Karibikstaat repräsentiert, von großer emotionaler Bedeutung. „Wir sind stolz“, sagte Room, „denn wir haben etwas geschafft, das in die Geschichtsbücher eingeht.“ Curacao glich zum 1:1 aus, und Room erinnerte sich an den Moment, als er in die Gesichter der deutschen Spieler blickte: „Man sah, dass sie geschockt waren.“ Dass dieses Ergebnis nicht lange Bestand haben würde, war Room und seinen Mitspielern bewusst.
Während seiner Karriere spielte Room oft als Ersatzmann bei namhaften Clubs wie PSV Eindhoven und Vitesse Arnheim, und aktuell beim FC Miami. Am Sonntag erreichte er jedoch ein persönliches Ziel: den Kontakt zu Manuel Neuer. „Wir haben über das Spiel gesprochen und Witze über sein Alter gemacht. Wie es körperlich so ist“, erzählte Room. Neuer ist 40 Jahre alt, aber auch Room spürt mit seinen 37 Jahren die Jahre.
Manuel Neuer kann dem Thema Alter nicht ausweichen und hat sich darauf vorbereitet. Er sagt: „Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Qualität, die man der Mannschaft auf dem Platz gibt.“ Um den Eindruck zu vermeiden, er dränge sich selbst ins Team, verweist er auf die Trainer: „Die entscheiden, wer spielt. Wenn sie diese Spieler aufstellen, ist es die richtige Entscheidung.“
Neuer hat für sich beschlossen, „dieses Turnier so anzugehen, als wäre es meine erste WM.“ Er erinnert sich an 2010, als er kurz vor der WM in Südafrika von Joachim Löw zur Nummer eins ernannt wurde, nachdem Jörg Butt von Bayern München aufgrund seiner Routine favorisiert wurde. Rene Adler, der nach starken Leistungen in der Qualifikation gesetzt gewesen wäre, musste wegen einer Rippenverletzung absagen. Neuer erlebt nun seine fünfte WM.
Eloy Room hingegen spielt seine erste WM, und es ist unwahrscheinlich, dass Curacao, solange er im Tor steht, ein ähnliches Spiel gegen Deutschland erleben wird. Daher genießt er diese Tage und trägt ein Kompliment von Manuel Neuer in seinem Herzen: „Er hat gesagt: ‚Ihr habt gute Spieler. Haltet den Kopf oben!‘“ Diese Worte sind „etwas Gutes, das wir ins nächste Spiel mitnehmen.“ Und: „Ich habe sein Trikot.“