Leroy Sane sorgt für Diskussionen nach schwachem WM-Auftakt

Leroy Sane sorgt für Diskussionen nach schwachem WM-Auftakt

Leroy Sane hatte einen enttäuschenden Auftakt bei der Weltmeisterschaft. Ein missratener Hackenpass im eigenen Drittel sorgte für Entsetzen. Wird der Offensivstar aus der Startelf gestrichen?

Houston – Deutschland feierte beim WM-Auftakt gegen Curacao einen beeindruckenden 7:1-Sieg, doch ein Spieler trübte die Freude: Leroy Sane. Der Flügelspieler von Galatasaray Istanbul blieb nicht nur ohne Torerfolg, sondern sorgte auch für eine Szene, die für kollektive Fassungslosigkeit sorgte. Nach diesem Auftritt ist fraglich, ob der 30-Jährige seinen Platz in der Startelf im nächsten Spiel behalten kann.

Kurz vor der Halbzeitpause unterlief Sane in der eigenen Hälfte ein gravierender Fehler: Mit einem Hackentrick spielte er den Ball direkt in den Lauf eines Curacao-Spielers, was die eigene Abwehr in Bedrängnis brachte. Florian Wirtz konnte die kritische Situation zwar entschärfen, doch die Aktion selbst hinterließ viele Zuschauer fassungslos. Der Fehlpass war nicht das einzige Manko – Sane vergab auch mehrere gute Chancen, darunter eine in der 68. Minute, als ihm das Zuspiel in die Spitze misslang.

In der Sport-Bild-Sendung „Lothar legt los“ äußerte sich Carli Underberg, stellvertretender Sportchef von Bild, sehr kritisch über die Aktion. Er sagte: „Leroy, ganz Deutschland schaut auf dich, viele warten nur darauf, dass du einen Fehler machst. Wie kann man auf die Idee kommen, einen No-Look-Hackenpass zu spielen, der nicht beim Mitspieler landet? Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Eigentore, die zum Glück nicht zu einem Gegentor geführt haben, aber dennoch für ihn selbst ein Eigentor sind. Warum immer wieder diese Flausen?“

Lothar Matthäus fügte hinzu: „Warum weiß ich nicht. Vielleicht hat er etwas gesehen, das wir nicht wahrgenommen haben, und wollte etwas Besonderes leisten. Aber ein Offensivspieler, der im eigenen Aufbau so leichtsinnig mit dem Ball umgeht und ihn dem Gegner in die Füße spielt, darf gegen stärkere Mannschaften nicht passieren. Die können so etwas besser ausnutzen.“

Bundestrainer Julian Nagelsmann äußerte sich nach dem Spiel deutlich milder. Er lobte Sanes Einsatz und betonte, der Flügelspieler sei „super fleißig“ gewesen – sowohl offensiv als auch defensiv. Diese Einschätzung kommentierte Reporter-Legende Waldemar Hartmann auf X prompt: „Erste Reaktion von Nagelsmann nach dem Spiel bei der ARD: Leroy Sane hat ein starkes Spiel gemacht, viel gearbeitet.“ Hartmann fügte trocken hinzu: „Ich habe mal wieder ein anderes Spiel gesehen. Bin wohl schon zu lange weg.“

Auch die Fans zeigten sich wenig nachsichtig. Unter Hartmanns X-Post sammelten sich spitze Kommentare. „Er war stets bemüht und versuchte, sein Bestes zu geben. Jeder weiß, was das in einem Arbeitszeugnis bedeutet“, schrieb ein Nutzer – eine kaum subtilere Anspielung. Ein anderer bemerkte treffend: „Scheint ständig präsent zu sein, aber gesehen hat ihn keiner“ – in Anspielung auf den legendären Geist von Malente.

Das Fazit vieler Fans fiel noch deutlicher aus: Sane sei schlicht der schwächste Spieler auf dem Platz gewesen. „Ich frage mich, warum Sane überhaupt gespielt hat“, brachte ein Nutzer auf X die allgemeine Stimmung über Sane auf den Punkt. Nagelsmann scheint jedoch nicht zu planen, für das nächste Gruppenspiel eine Änderung in der Startelf vorzunehmen. Die Sane-Debatte, die die deutsche Nationalmannschaft seit Jahren begleitet, ist nach diesem Auftritt erneut entbrannt. Gegen stärkere Gegner als Curacao wird Fleiß allein nicht ausreichen – das dürfte auch dem Bundestrainer klar sein.

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