DFB und Nationalmannschaft stehen vor Einigung über WM-Prämie
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die deutsche Nationalmannschaft verhandeln seit einiger Zeit über die Prämienregelung im Falle eines möglichen WM-Titels. Eine Einigung steht nun kurz bevor.
München – Die Aussicht, Weltmeister zu werden und dabei eine Rekordsumme zu verdienen, ist das Angebot, das der DFB seiner Nationalmannschaft für die WM 2026 in Nordamerika unterbreitet. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig gab bereits am 12. Mai 2026 in Düsseldorf bekannt: „Wenn die Mannschaft Weltmeister wird, gibt es mehr als in Katar, weil deutlich mehr reinkommt.“ Die genaue Summe bleibt jedoch noch geheim.
Es ist jedoch klar, dass die bisherige Rekordsumme von 400.000 Euro pro Spieler, die bei der WM 2022 in Katar ausgezahlt wurde, als Deutschland in der Vorrunde ausschied, übertroffen werden soll. Nach den letzten Verhandlungen mit den DFB-Stars steht nun eine Einigung bevor. Das neue Prämienmodell ist besonders leistungsorientiert: Kapitän Joshua Kimmich und seine Mitspieler haben signalisiert, dass die Prämie bei einem frühen Ausscheiden „gegen null“ gehen soll. Die Devise lautet klar: Kein Erfolg, kein Geld.
Rettig betonte, dass es dabei „keine harten Verhandlungen“ gegeben habe. Die Mannschaft sei sich ihrer Ziele bewusst und formuliert es laut SID-Informationen so: „Dafür wollen wir hinten raus, wenn wir Weltmeister werden, einen Schnaps mehr.“ Abwehrspieler Jonathan Tah bestätigte, dass man „kurz vor“ der Einigung stehe. Der Grundton in den Gesprächen zwischen DFB und Team sei gewesen: „Spielt Fußball und sorgt dafür, dass ihr den Titel oder Erfolge holt – und dann werden wir euch nichts vom Gehalt abziehen.“
Die Situation ist jedoch nicht ganz einfach. Die FIFA zahlt in US-Dollar, und Wechselkursschwankungen erschweren eine präzise Planung. Rettig möchte sicherstellen, dass „keiner verliert, weder die Mannschaft noch der DFB“. Zudem kommen hohe Reise- und Aufenthaltskosten in den drei Gastgeberländern USA, Mexiko und Kanada hinzu. Rettig äußerte sich offen: Die WM „wird für die meisten, die nicht ins Halbfinale kommen, ein Verlustgeschäft“. Auch die steuerlichen Aspekte seien „ein großes Problem“. Aus diesem Grund hat der DFB „einen Puffer“ eingeplant – die genaue Abrechnung erfolgt nach dem Turnier.
Ein Rückblick zeigt, wie sich die Prämien im Laufe der Jahre entwickelt haben: 1954 erhielten die Weltmeister von Bern 200 D-Mark pro Spiel und einen Titelbonus von 1.000 Mark, zusätzlich gab es Fernseher, Lederkoffer und Motorroller. 1974 erkämpften sich Beckenbauer und Co. nach einem Prämienstreit 70.000 Mark und einen VW Käfer. 1990 waren es 125.000 Mark, 2014 in Brasilien 300.000 Euro. Der Gesamttopf bei der WM 2022 in Katar lag bei 18,2 Millionen Euro, jedoch wurde die Titelprämie nicht ausgezahlt, da Deutschland in der Vorrunde ausschied.
Diesmal soll es anders laufen. Am 14. Juni 2026 beginnt das Turnier gegen Curacao (hier geht’s zum gesamten WM-Spielplan). Mit einem 1:0-Sieg im letzten WM-Test gegen Finnland hat sich das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann bereits auf die Herausforderung in Nordamerika eingestimmt. Wird die Mannschaft am Ende tatsächlich Weltmeister? Dann gibt es – in Rettigs Worten – „einen Schnaps mehr.“