Die Anfänge des "FC Hollywood": Alain Sutter über seine Zeit beim FC Bayern
Im Jahr 1994/95 zeigten sich die ersten Anzeichen des sogenannten „FC Hollywood“. Der FC Bayern München, unter der Leitung des italienischen Meistertrainers Giovanni Trapattoni, strebte nach Höherem, wurde jedoch in der ersten Runde des DFB-Pokals brutal blamiert. Letztendlich war der FC Bayern froh, sich für den UEFA-Cup qualifiziert zu haben.
Die Saison gestaltete sich schwierig, insbesondere da einige Neuzugänge nicht die erwarteten Leistungen erbrachten. Dazu zählte auch der Offensivspieler Alain Sutter, der mit seinen langen, blonden Haaren als eigenwillig galt. Später stellte sich heraus, dass es ihm an Selbstvertrauen mangelte und er stark mit sich selbst beschäftigt war.
Nach nur einer Saison endete Sutters Abenteuer beim FC Bayern. In der Schweiz blieb er jedoch sehr beliebt und zählt heute zu den bekanntesten Fußballpersönlichkeiten des Landes. Der ehemalige Nationalspieler war als TV-Kommentator und Life-Coach tätig und ist seit einigen Jahren wieder als Fußballfunktionär aktiv. Derzeit bekleidet er das Amt des Sportdirektors beim Traditionsverein Grasshoppers Zürich.
Zurück zum FC Bayern: In der Saison 1994/95 war Sutter ein umstrittener Spieler. Besonders in Erinnerung bleibt sein kultiger Spruch gegenüber Manager Uli Hoeneß, der damals für viel Aufregung in den Medien sorgte: „Wie man aussieht, wenn man zu viel Schweinebraten isst, sieht man an Herrn Hoeneß.“ Doch was lag dem Spruch zugrunde?
Der 57-Jährige erklärte nun in einem Interview mit Spox, wie es zu dem Vorfall mit Hoeneß kam. Der Bayern-Manager hatte zuvor über Sutters Essgewohnheiten geklagt: „Der Alain Sutter muss ab und zu auf sein Müsli verzichten und sich einen Schweinebraten einverleiben.“ Als Journalisten Sutter auf die Forderung von Hoeneß ansprachen, konterte der Schweizer mit einem lockeren Spruch.
Intern wurde der Konflikt jedoch schnell beigelegt. „Ich bin direkt zu Uli gegangen und habe mich für meine flapsige Antwort entschuldigt. Dann war die Sache erledigt. Insgesamt war das eher ein mediales Thema als ein Thema zwischen Uli und mir“, so Sutter heute. Im Kern drehte sich der Konflikt um das Thema gesunde Ernährung, in dem Sutter als Vorreiter galt.
„Ich habe mich früher als alle anderen mit derartigen Themen auseinandergesetzt. Ich war meiner Zeit ein Stück weit voraus“, sagt der gebürtige Berner und ergänzt: „Heute machen alle das, wofür ich damals bei Bayern belächelt wurde. Ich empfinde jedoch keine Genugtuung, sondern bin dankbar, dass ich schon früh in meinem Leben auf meinen Körper geachtet habe.“ Dennoch ist auch Uli Hoeneß, trotz seiner Vorliebe für Schweinebraten, als Ehrenvorsitzender des FC Bayern weiterhin gut unterwegs.