Die Rückkehr von Tim Kleindienst: Borussia Mönchengladbachs Schlüsselspieler fehlt
Borussia Mönchengladbach sehnt sich nach dem Comeback von Tim Kleindienst. Dabei geht es weniger um seine Tore als um seine unauffälligen, aber wertvollen Qualitäten.
Mönchengladbach – Wann er zurückkehren wird, kann Tim Kleindienst selbst nicht sagen. Der 30-Jährige kämpft seit Mai mit einer Knieverletzung, die auch den Meniskus betrifft. Diese Nachricht war sowohl für ihn persönlich als auch für Borussia Mönchengladbach ein harter Schlag zum Ende der vergangenen Saison.
Seine Torgefahr fehlt der Mannschaft offensichtlich. In der vergangenen Saison war der neue Mannschaftskapitän 16-mal erfolgreich und avancierte schnell zum neuen Gesicht der Fohlen-Elf. Doch es sind nicht nur seine Tore, die sein Spiel auszeichnen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte Kleindienst nicht nur wegen seiner Torgefahr, sondern auch aufgrund seiner hohen Werte in „unsichtbaren“ Statistiken. In der letzten Bundesliga-Saison verzeichnete der Stürmer die zweitmeisten Fouls am Gegner (74), gewann die drittmeisten Zweikämpfe (382) und die zweitmeisten Kopfballduelle (160).
Auch in anderen Bereichen sticht Kleindienst ligaweit hervor. Neben den sechstmeisten intensiven Läufen (2657) hat er sich für die viertmeisten Sprints (941) eingesetzt. Der Torjäger hat eine bemerkenswerte Ausdauer, und sein herausfordernder Spielstil hat seine Mitspieler motiviert, defensiv aktiver zu sein als in der Vergangenheit.
Ein Blick auf die aktuellen Statistiken nach sieben Spieltagen zeigt, wie sehr Kleindienst fehlt. Zwar belegt Jens Castrop mit zwölf Fouls am Gegner Platz acht und Rocco Reitz mit 75 gewonnenen Zweikämpfen Rang sieben, jedoch ist der Unterschied bei den Kopfballduellen deutlich. Nico Elvedi hat 28 gewonnene Kopfballduelle und steht damit auf Platz neun. Das ist für den Schweizer ein respektabler Wert, jedoch macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Innenverteidiger oder ein Stürmer viele Kopfballduelle gewinnt, da diese Fähigkeit in der Offensive verloren geht.
Die Auswirkungen von Kleindiensts Verletzung sind besonders in den läuferischen Kategorien spürbar. Reitz hat bislang die meisten intensiven Läufe (427) absolviert, belegt damit jedoch nur Platz 35 in der Liga. Auch seine 113 Sprints bringen ihn nur auf Platz 30. Zum Vergleich: Shuto Machino und Haris Tabaković rangieren in den intensiven Läufen auf den Plätzen 122 und 133, während sie bei Sprints die Plätze 162 und 150 belegen.
Ohne Kleindienst fehlt der Gladbacher Offensive die Intensität und Zweikampfhärte, ebenso die Wucht und Entschlossenheit in Kopfballduellen und bei Torschüssen. Obwohl Tabaković nach sechs Einsätzen bereits drei Tore erzielt hat, ist Gladbach mit 8,74 xGoals laut Statistik der zweitschlechteste Angriff der Bundesliga.
Angesichts der prekären Situation von Gladbach ist es unwahrscheinlich, dass Kleindiensts Rückkehr allein ausreicht, um Stabilität zu bringen. Dennoch bleibt er ein Schlüsselspieler, dessen Rückkehr der Mannschaft guttun würde. Die entscheidende Frage bleibt: Wann wird Kleindienst wieder einsatzbereit sein?