Die WM 2026 erreicht die USA: Alexi Lalas und die Rückkehr der Legenden
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat nun auch in den USA Einzug gehalten. Im amerikanischen Fernsehen wird eine Legende aus der WM 1994 zu sehen sein.
In Los Angeles werden die Spiele der WM von dem Sender Fox übertragen, der bei Donald Trump beliebt ist. Die Fußballübertragungen von Fox entsprechen dem gewohnten Standard und beinhalten ein Team von Experten. Dies zeigt ein Screenshot, auf dem die Moderatorin mit (von links nach rechts) Thierry Henry, Zlatan Ibrahimovic und Alexi Lalas zu sehen ist.
Alexi Lalas, der 1994 das amerikanische Team bei der ersten Heim-WM repräsentierte, ist kaum wiederzuerkennen. Damals war er der Blickfang mit seinem markanten Bart und den langen, rötlich schimmernden Haaren, die ihn an eine Jesus-Darstellung erinnerten. Für den US-Fußball war er tatsächlich eine Art Messias, der als Verteidiger das Team zusammenhielt und das Gesicht der Mannschaft war.
Die Medien liebten ihn, und sein Name – Alexi Lalas – mit griechischen Wurzeln, klang bereits musikalisch. Lalas war auch Musiker und trat oft barfuß und in Jeans auf, während er über seine Gitarre gebeugt war. Er nahm Alben auf und faszinierte die Menschen mit seiner Vielseitigkeit als Profisportler und Künstler, was ihn zu einer unvergesslichen Marke machte.
Als Fußballer war Lalas solide und hatte nach der WM 1994, die ihm Popularität verschaffte, ein kurzes Engagement in Europa bei Padua in der Serie A. Den Großteil seiner Karriere verbrachte er jedoch in den USA. Das amerikanische Team von 1994 war eine außergewöhnliche Truppe, die in einem Land, das kaum Fußball verstand, den Weltmeistertitel anstrebte, obwohl realistisch keine Chancen bestanden.
Der Trainer Bora Milutinovic, ein jugoslawischer Weltenbummler, hatte sich einen Namen gemacht, indem er immer pünktlich zu WM-Endrunden eine neue Nationalmannschaft übernahm und so zum Weltrekordhalter wurde. Er wusste, wie man die Menschen ansprach, um ihnen Hoffnung zu geben, selbst wenn die Erwartungen oft nicht erfüllt wurden.
Besonders faszinierte mich am amerikanischen Team damals ein Deutscher: Thomas Dooley. Ich kannte ihn, bevor er in den USA bekannt wurde. Dooley, Sohn einer Deutschen und eines US-Soldaten, wuchs im Südwesten Deutschlands auf und spielte für verschiedene Vereine, darunter den 1. FC Kaiserslautern.
In den 80er-Jahren arbeitete ich als Student für eine Sportzeitung und redigierte Berichte über Amateurfußball. Thomas Dooley fiel mir auf, und ich nutzte oft den Titel „Tom Dooley lässt den Kopf nicht hängen“ für meine Artikel.
Als ich 1994 zur WM reiste, brachte ich Dooley Sportzeitungen aus seiner Heimat mit und überreichte sie ihm im Trainingslager der US-Nationalmannschaft in Kalifornien, was ihn sehr erfreute. Vor einigen Jahren führte ich ein Interview mit ihm, als er Nationaltrainer der Philippinen war. Jetzt ist er Bundestrainer von Bangladesch, und ich hoffe, dass er eines Tages eine WM erreicht.
Alexi Lalas ist bei der aktuellen WM als Experte dabei, doch die Aura seiner Spielerzeit ist verschwunden. Er hat sich zu einem Unterstützer von Trump und einem kritiklosen MAGA-Fan entwickelt, was ihn zu einem weniger beeindruckenden Experten macht.