Diskussion über Borussia Dortmunds Spielweise und Niko Kovačs Erfolg

Diskussion über Borussia Dortmunds Spielweise und Niko Kovačs Erfolg

Borussia Dortmund zeigt sich zwar erfolgreich, überzeugt jedoch selten mit spektakulären Leistungen. Die Darbietungen unter Trainer Niko Kovač stehen derzeit im Mittelpunkt intensiver Diskussionen.

Der BVB belegt in der Bundesliga den dritten Platz und ist in der Champions League auf einem guten Kurs. Mit dem 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen am Samstag hat die Mannschaft das Thema, gegen starke Gegner nicht gewinnen zu können, ad acta gelegt. Trotz dieser sportlichen Stabilität wird die Spielweise des Teams jedoch kritisch hinterfragt, wie Kovač es einmal als „B-Note“ bezeichnete.

In der Talkshow ‚Sky90‘ entbrannte am Sonntag eine kontroverse Debatte über den Spielstil des BVB. Reporter Yannick Erkenbrecher brachte seine Kritik auf den Punkt: „Insgesamt finde ich Dortmund momentan fast ein wenig ausrechenbar. Ich habe das Gefühl, dass alle Teams einen Anti-BVB-Plan entwickelt haben und wissen, wie sie uns verteidigen und Guirassy aus dem Spiel nehmen können.“

Erkenbrecher beschreibt den BVB als „maximal ausrechenbar“ mit einer Dreierkette, defensiv ausgerichteten Außenverteidigern und zwei defensiven Mittelfeldspielern. „Das bedeutet, dass du insgesamt sieben Defensivspieler auf dem Platz hast und nur Platz für drei Offensivspieler bleibt.“ Gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner, die sich defensiv aufstellen, fehle es dem BVB an Durchschlagskraft, um klare Chancen herauszuspielen.

„Wenn du als Reporter die BVB-Aufstellung siehst, weißt du zu 100 Prozent, wie sie spielen werden. Und das weiß auch der Gegner“, kritisierte Erkenbrecher die Vorhersehbarkeit unter Kovač. „Dortmund hatte für mich immer eine große Faszination, die sie momentan nicht ausstrahlen.“

Dietmar Hamann, ehemaliger Nationalspieler, sieht die Situation jedoch ganz anders und verteidigt Kovač vehement: „Niko wurde geholt, um die Probleme zu beheben, die er nun erfolgreich angegangen ist. In den acht oder neun Monaten, in denen er hier ist, hat er nur zwei oder drei Spiele verloren.“ Tatsächlich hat Kovač acht Niederlagen zu verzeichnen, von denen jedoch nur zwei in dieser Saison stattfanden.

„Das zeigt, dass man sich auf diese Mannschaft verlassen kann“, so Hamann. Diese Stabilität sei in den letzten Jahren selten gewesen. Er verwies auf Unentschieden, bei denen der BVB gegen St. Pauli, den Hamburger SV und den VfB Stuttgart spät führte: „Hätten sie diese Spiele gewonnen, hätte der BVB sechs Punkte mehr und es gäbe keine Diskussionen.“

Für Hamann ist Kovačs Arbeit „herausragend“, sogar „ein Wunder“. Schließlich habe der Trainer kein absolutes Starensemble zur Verfügung. „Als ich den Kader zu Beginn der Saison sah, dachte ich, dass sie nicht Zweiter werden können. Vorne haben sie kaum Optionen.“

Die fehlende Kreativität sei darauf zurückzuführen, dass das geeignete Personal fehle. „Die beiden Star-Einkäufe, Bellingham und Silva, haben bisher keinen Einfluss genommen“, stellte Hamann nüchtern fest. Umso beeindruckender sei die Arbeit von Kovač. „Wie er das derzeit macht, ist absolut herausragend. Ich höre ihm gerne zu und schaue auch gerne den Dortmundern beim Spielen zu, auch wenn das viele anders sehen.“

Die Diskussion um die Spielkultur und taktische Flexibilität tangiert den BVB selbst nicht sonderlich. Solange die Ergebnisse stimmen, wird Kovač seinen Weg fortsetzen. Der 54-Jährige hat nicht ohne Grund bereits Ende August seinen Vertrag bis 2027 verlängert.

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