Optimismus beim BVB vor der Winterpause
Nach einem herausfordernden Herbst zeigt sich der Spielplan des BVB bis Weihnachten in einem günstigeren Licht. Die Erwartungen an das Team von Niko Kovač steigen.
Dortmund – In einem intensiven Zeitraum von drei Wochen trat Borussia Dortmund in sechs von sieben Spielen auswärts an. Zwischen den Länderspielpausen im Oktober und November bewältigte das Team ein Mammutprogramm, das Trainer Niko Kovač als mögliche Erklärung für die schwankenden Leistungen anführte. Die Ergebnisse, die „A-Note“, waren jedoch weitgehend positiv.
Die Niederlagen gegen den FC Bayern und Manchester City waren ärgerlich, besonders das späte Unentschieden gegen den Hamburger SV. Insgesamt konnte man in Dortmund jedoch mit dem Verlauf des Hammer-Herbstes leben. Nach der letzten Länderspielpause des Jahres stehen bis zur Winterpause nur noch zwei Auswärtsspiele an, was den Stresstest des Teams verändert und die „B-Note“ in den Fokus rückt.
Am 29. November reist der BVB zu Bayer Leverkusen, eine Busfahrt ins Rheinland, die in der Regel weniger als 90 Minuten in Anspruch nimmt. In den Wochen bis zur Winterpause wird die Mannschaft nur einmal fliegen müssen, um Mitte Dezember beim SC Freiburg zu spielen. Dies steht in starkem Kontrast zum vollen Terminkalender der vorherigen Phase.
Die Belastungen dieser Phase waren nicht zu ignorieren, wenn es um die Bewertung der Leistungen des BVB unter Kovač ging. Der Trainer betonte, dass er die logistischen und körperlichen Herausforderungen nicht als Ausrede nutzen wolle, doch sowohl die Spieler als auch die Beobachter konnten sich dem nicht ganz entziehen.
Die Kritik an den Leistungen des BVB wäre sicherlich noch deutlicher ausgefallen, wenn nicht mildernde Umstände berücksichtigt worden wären. In den besagten sieben Spielen erzielte Dortmund nur einmal mehr als ein Tor, beim 4:2-Sieg in Kopenhagen in der Champions League. Die Pflichtsiege gegen den Aufsteiger 1. FC Köln und den FC Augsburg endeten jeweils mit 1:0.
Im DFB-Pokal sicherte ein starkes Nervenkostüm im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt das Weiterkommen. „Die A-Note haben wir bestanden. Die B-Note war nicht das, was wir können und wollen, und was wir bereits gezeigt haben“, sagte Kovač nach dem Spiel in Augsburg. Diese Aussage hat jedoch auch eine allgemeinere Gültigkeit.
In der Bundesliga belegt der BVB mit 21 Punkten nach zehn Spieltagen den dritten Platz und liegt damit im Soll. Allerdings sind die lediglich 16 erzielten Tore enttäuschend: Bayern hat mehr als doppelt so oft getroffen, und insgesamt sind sieben Offensivreihen gefährlicher. Das ist nicht verwunderlich, da der BVB auch nur die achtmeisten Torschüsse abgegeben hat, weniger als beide Aufsteiger, Köln und Hamburg.
„Unser Anspruch ist es, deutlich besser Fußball zu spielen und mehr Chancen zu kreieren“, gab Kovač vor dem Trip nach Manchester zu. „Das gelingt uns in der Liga nicht, aber in der Champions League. Dort hat man mehr Räume und etwas mehr Zeit, während man in der Bundesliga sofort von allen Seiten unter Druck gesetzt wird.“
Der Druck vor den letzten Wochen des Kalenderjahres wächst spürbar. Der Unmut unter den Fans wurde zuletzt lauter, und auch einige Spieler haben ihre Unzufriedenheit angedeutet. Nach dem späten 1:1 in Hamburg diskutierten die Profis nicht nur über eigene Fehler, sondern auch über Kovačs defensiven Ansatz nach dem Führungstreffer.
Dieser führte zu Wechseln, die lediglich darauf abzielten, das Spiel beim Aufsteiger über die Zeit zu bringen. „Nach dem 1:0 haben wir ein wenig die Kontrolle verloren. Wir müssen mehr Fußball spielen“, äußerte Nico Schlotterbeck und traf damit den Nagel auf den Kopf. Der Auftrag für die kommenden Wochen ergibt sich daraus von selbst.
Mit sechs Heimspielen bietet sich die Gelegenheit, zu beweisen, dass der BVB mehr kann, als nur Ergebnisse zu verwalten. Cheftrainer Niko Kovač hat in Dortmund selbst das Bild von A-Note und B-Note geprägt. Jetzt muss er sich daran messen lassen. Am Samstag gegen den VfB Stuttgart, am Dienstag in der Champions League gegen den FC Villarreal und in sechs weiteren Spielen bis zur Winterpause.